Gut gemeinte Ratschläge für den Einstieg in die Vampyrgesellschaft von Mikhail

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  • Die Vampyrgesellschaft scheint möglicherweise auf dem ersten Blick größer und monolithischer zu sein als sie ist, was am Anfang einschüchtern mag bzw. den Einstieg erschwert.
    Dieses Forum stellt einen in der gegenwärtigen Infrastruktur der deutschsprachigen Vampyrszene besonderen Ausgleich zwischen Offenheit und kompetenten Ressourcen da, weswegen ich froh bin, dass ihr hergefunden habt. Man kann sich schnell verrennen und an die Falschen geraten, ich denke und hoffe dessen seid ihr euch schon bewusst.
    Ich schreibe dies mit der Absicht euch ein paar Zeilen mitgeben zu wollen, die ich in verschiedenster Form schon oft als den einen oder anderen Ratschlag verfasst habe, nun aber an alle adressieren möchte, die vielleicht davon profitieren mögen.

    Ich kann euch nur raten euch im Forum mit all seinen Ressourcen einzulesen, über die verschiedenen Begrifflichkeiten und Ansichten und euch eure eigenen Gedanken zu machen.
    Stellt Fragen und diskutiert, ob im Forum oder im persönlichen Austausch. Traut euch Gedanken aufzustellen, zu teilen, oder bei Erkenntnisgewinn auch zu verwerfen. Jeder war mal neu in der Materie und die wenigsten bleiben bei ihren anfänglichen Ideen und selbst eine sprichwörtliche Wandlung vom Saulus zum Paulus ist nichts ungewöhnliches, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.
    Nutzt die Angebote euch selbst auszuprobieren und zu entdecken, denn nichts ist auf lange Sicht wertvoller als ein stabiler Standpunkt, der sich aus eigener Kraft entwickelt hat.
    Vampyrismus als Praxis wird unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet, die nicht immer gut miteinander harmonieren.
    Dazu gehören Ansätze die ins Esoterische gehen, und vielleicht ein entsprechendes Weltbild von feinstofflichen Energien voraussetzen, oder sich intensiv mit Reinkarnation auseinandersetzen, aber auch Ansätze die eine möglichst bodenständige Erklärung für die verschiedenen Aspekte von Vampyrismus fordern und die psycho-historische und bio-chemische Ansätze bevorzugen. Diese meist individuellen Standpunkte existieren nebeneinander in der Vampyrgesellschaft, verbunden durch eine gemeinsame subkulturelle Identität, Sprache und Praxis. Einheit herrscht nur in den wenigsten Dingen, weswegen die Szene von Außenstehenden als ein ziemlich diffuser Haufen wahrgenommen wird.
    Worin ich persönlich die große Gemeinsamkeit, das einende Element, in der Lebensrealität von, sich vampyrisch identifizierenden, Individuen in der Vampyrgesellschaft sehe, ist die vampyrische Praxis, ist der Konsum bzw. das Trinken von Blut oder die intensive Beschäftigung mit Fremdenergien, wie sie bspw. Psyvampyre leben, die nicht unbedingt an Blut interessiert sind.
    Im ersteren Fall, dem Konsum fremden menschlichen Blutes bzw. dem Interesse oder dem Verlangen danach, ist es für mich recht eindeutig: Wer ein Bedürfnis nach Blut verspürt, aus welchen Hintergründen auch immer, hat einen Platz in der Vampyrgesellschaft reserviert, da es meines Erachtens die primäre Aufgabe der Vampyrgesellschaft ist, dafür zu sorgen, dass Personen die nötigen Ressourcen haben um dieses Bedürfnis in sicherer Weise auszuleben, sollten sie es wünschen.

    Körperliche, geistige und rechtliche Sicherheit ist das wichtigste Kriterium nach dem ich das Verhalten von Personen bewerte, die sich innerhalb der Szene bewegen.
    Hochstapler, Rollenspieler, Triebtäter auf der Suche nach leichten Opfern, und generell solche die die Toleranz der Vampyrgesellschaft ausnutzen und dadurch sich selbst und anderen Schaden zufügen, sind Elemente, die weder ich noch andere Personen, welche sich in der Vampyrgesellschaft heimisch fühlen, dulden können.
    Solche Elemente treten in den verschiedensten Formen auf und sind nicht immer Außenseiter, passt also bitte immer auf euch auf.
    Verwendet möglichst nicht euren vollen Namen solange ihr euch in der Vampyrgesellschaft aufhaltet. Die Vampyrgesellschaft verwendet generell Pseudonyme, um eine klare Trennung zwischen privatem, familiären und beruflichen Leben und dem Bewegen in der Vampyrgesellschaft zu ziehen.
    Dieses oft zum Schutz notwendige Doppelleben wird in manchen Kreisen als Tag- bzw. Nachtseite bezeichnet und geht unter Umständen zum Beispiel mit mehreren Social-Media Profilen einher.
    Seid vorsichtig mit Telefonnummern, Adressen und mit der Verknüpfung von Social-Media-Profilen, um Stalkern und solchen die diese Information gegen euch verwenden würden keine Angriffsfläche zu bieten. Es gibt keinen Grund warum jemand eure Telefonnummer braucht, den ihr gerade erst kennenlernt. Bequemlichkeit kann euch unter Umständen kostbare Nerven kosten.
    Vertraut eurer Intuition, und sprecht bei Bedarf jemanden der Verantwortlichen aus dem Team an, sollte sich jemand euch gegenüber in fragwürdiger Weise verhalten haben.
    Seid bei persönlichen Treffen besonders vorsichtig, haltet Kontakt mit einer euch vertrauten Person und informiert diese über den Ablauf eines geplanten Treffens. Erste Treffen sollten stets in der Öffentlichkeit stattfinden, vermeidet Angebote von Mitfahrgelegenheiten von Personen, die ihr nicht lange kennt.
    Treffen in der Gruppe, wie sie auch dieses Forum und andere Gemeinschaften organisieren, stellen eine der sichersten Möglichkeiten da, reale Kontakte zu knüpfen. Die oberen Punkte sollte man allerdings auch in diesem Fall nicht außer Acht lassen.

    Im Kontext persönlicher Treffen will ich auch kurz auf das Thema Blut, Blut spenden und Blut trinken, zu sprechen kommen.
    In der Regel ist dies ein sehr intimer Bereich und nichts wo man euch so einfach an die Hand nehmen kann, ihr seid also zum Großteil auf eure eigenen Ressourcen gestellt, die ihr hoffentlich entwickelt haben solltet, wenn ihr den Schritt von der Theorie in die Praxis macht.
    Im Bezug auf den richtigen Zeitpunkt kann ich nur mit Nachdruck sagen, dass sanguinäre Praxis, also der Konsum menschlichen Blutes, welches von einer spendenden Person im vollen Einvernehmen zur Verfügung gestellt wird, mit einigen körperlichen, geistigen und rechtlichen Risiken einhergehen kann, sodass Volljährigkeit aller Beteiligten als unbedingte Voraussetzung zur Praxis empfohlen werden muss. Dies ist zwar nur Empfehlung, sodass sich in der Regel niemand bedroht fühlen muss, der sich insbesondere als Minderjähriger, nicht an diese einfache Richtlinie gehalten hat, aber Personen, die es besser wissen sollten, können zumindest von meiner Seite nur mit begrenzter Nachsicht rechnen. Dieser Punkt mag ungerecht erscheinen, gerade wenn man als Jugendlicher vielleicht im Erwachen steht und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und dem Ausleben vampyrischer Identität bzw. das Bedürfnis nach Blut mit besonderer Intensität zu Tage tritt, aber diese Regelung ist wirklich sinnvoll um Komplikationen für alle Seiten zu vermeiden. Ich appelliere an eure Vernunft.
    Neben dem richtigen Zeitpunkt gibt es auch etwas über die richtige Gesellschaft, die richtige Person zu sagen. In Erfahrung hat sich häufig gezeigt, dass man sich möglichst Zeit lassen sollte, bevor man mit einer Person die ersten Experimente in sanguinärer Praxis unternimmt. Das erste Mal Blut zu kosten ist unter Umständen ein prägendes Erlebnis, daher scheint es mir wichtig zu sagen, dass zwischen euch und der Person mit der ihr dieses Erlebnis teilen wollt vor allem Vertrauen herrscht, sodass man sich fallen lassen kann im Moment. Diese Person kann ein Partner sein, oder ein guter Freund. Wichtig ist das Vertrauen auf beiden Seiten. Es lohnt hier wieder auf die Intuition zu hören.
    Was man vermeiden sollte ist Misstrauen im Bezug auf Punkte wie Gesundheit und Hintergedanken in Verbindung mit dem gemeinsamen Vorhaben. Sanguinäre Praxis kann einen sexuellen Aspekt, sicher einen erotischen Aspekt haben, allerdings sollten sich alle Beteiligten möglichst im Vorfeld über ihre Erwartungen Gedanken gemacht haben und dies auch kommuniziert haben. Gesundheitliche Bedenken lassen sich am ehesten zerstreuen durch die genaue Kenntnis von individuellen Umständen bzw. durch konkrete ärztliche Belege, die im Zweifelsfall zu Rate gezogen werden sollten. Nehmt euch die Zeit Personen zu finden denen ihr in all diesen Punkten vertraut, es lohnt sich.
    Dies alles gilt auch für alle zukünftigen Begegnungen im Kontext der sanguinären Praxis, denn diese Überlegungen werden euch während eurer ganzen Praxis in der einen oder anderen Form begegnen.
    Zu den technischen Aspekten der Praxis will ich nicht viel sagen, außer dass es sich lohnt sich über diese in der Gemeinschaft auszutauschen, über geeignetes Werkzeug und geeignete Stellen zur Blutabnahme und über Möglichkeiten der gesundheitlichen Vor- und Nachsorge.

    Sollten diese letzten Punkte euch Sorgen machen, so hilft es möglicherweise an den Anfang meiner kleinen Ausführung zurückzukehren und sich daran zu erinnern, dass jeder einmal ein Anfänger war, und dass gerade ein Anfängergeist, der mit Respekt und Vorsicht einer Materie gegenübertritt, etwas ist was man sich unbedingt bewahren sollte.
    Baut euch euren eigenen Weg,
    -M.

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Kommentare 2

  • Lycana _ Noctera -

    Ja, solche Zeilen kosten Zeit, auch zum Lesen. Aber hier weiß jeder, wo wir stehen, mit solchen Worten kann jeder von uns was anfangen und es ist echt schön zu wissen, dass es ein Forum gibt, wo ausgetauscht wird, aber jeder sein eigenen Weg finden kann.

  • BalkanSegen -

    Der Herr Mikhail schreibt wohl gern orpulente Beiträge,
    versteh mich nicht falsch. Es kostet nur sicherlich seine Zeit. ^^