Trinkverhalten und Validität vampyrischer Identität

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  • Es wird mal wieder Zeit für einen thematischen Beitrag von meiner Seite, der hoffentlich dem Anspruch gerecht wird, einen gewissen Wert für die größere Community zu haben.

    Durch Fragen, die an mich herangetragen worden sind, als auch durch Diskussionen hier im Forum zu diesem Thema, bin ich davon überzeugt, dass dieses spezifische Thema immer aktuell, immer relevant sein wird und besonders bedeutsam ist für gerade diejenigen, die sich in unseren Kreisen wiederfinden, die sich ihrer vampyrischen Identität nicht sicher sind.

    Eine ganz bestimmte Frage wurde vor einiger Zeit dem Support-Blog von House Sauromatos gestellt, die letztendlich den Anlass lieferte um diesen Artikel zu verfassen.
    (Zur Referenz einsehbar hier)
    Frei übersetzt: "Bin ich trotzdem ein valider Vampyr", so der anonyme Fragesteller, "auch wenn ich dem Geschmack von Blut nicht besonders zugetan bin?"

    Das ist natürlich eine seltsame Frage und man mag versucht sein, die Vorstellung von Vampyren, die den Geschmack von Blut nicht mögen, ebenso amüsiert abzutun, wie die von Vampyren, die kein Blut sehen können. (Tatsächlich sind solche Fälle nicht gänzlich unbekannt)
    Und doch glaube ich, sollten wir genau das nicht tun und stattdessen ein besonderes Augenmerk darauf legen wie es dazu kommt, dass man sich diese Frage stellt, auf die möglichen Hintergründe.

    Solche und sehr ähnliche Fragen mögen einer Unsicherheit im Bezug auf die eigene Validität als Vampyr entspringen, wie sie häufig im Zuge des vampyrischen Erwachens auftritt, oder sie können sogar auf eine Verunsicherung durch andere vermeidlich erfahrende Vampyre zurückgeführt werden.
    Mit der Frage "Bin ich trotz meiner Zweifel ein Vampyr?" wird sich an eine erfahrende Instanz - hier in House Sauromatos - gerichtet, um die eigene vampyrische Identität von Außen zu bestätigen, zu validieren.
    Auch wenn der Austausch mit anderen Vampyren und Gleichgesinnten extrem wichtiger Teil der Selbstfindung ist, wird hier möglicherweise der Wert von "Bestätigung durch Außen" überschätzt.

    Tatsächlich antworten wir Fragestellern immer entschieden, dass letztendlich niemand außer man selbst, sichere Aussagen anstellen kann, ob man vampyrisch ist oder nicht.
    House Sauromatos nimmt beispielsweise jeden Suchenden ernst, der ein ehrliches Bedürfnis nach Blut in sich verspürt, egal wie sich dieses Bedürfnis gestaltet und worin es begründet sein mag, denn diese Dinge soll der Suchende durch vampyrische Praxis selbst erforschen.

    Das individuelle Trinkverhalten und gekoppelt daran die individuelle Ausprägung des Bedürfnisses erlaubt ebenso keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Validität der vampyrischen Identität. Wie viel, wie oft und tatsächlich ob überhaupt Blut getrunken wird, wie es getrunken wird, wie stark, wie schwach ausgeprägt das zugrunde liegende vampyrische Bedürfnis bzw. der Blutdurst ist, ob dieser physisch oder psychisch erlebt wird... all dies macht eine Person nicht weniger vampyrisch.

    Was also bedeutet dann noch Vampyrismus wenn es sich jeder eigens zurechtlegen kann, könnte man Fragen?
    Nun... nichts, jedenfalls nicht für sich allein.
    Vampyrismus ist ein Begriff den selbstidentifizierte Vampyre stets selbst frei gestaltet und gefüllt haben.
    Vampyrismus sollte daher nicht ein Begriff sein, der uns als Individuen bestimmt im Sinne einer Einschränkung, sondern den wir bestimmen, unseren Bedürfnissen dienend - nicht umgekehrt.
    Es gibt keinen realen Vampyrismus ohne reale Vampyre, die aus dem Begriff und aus der bezeichnenden Identität ein Maß an Kraft und Sinn ziehen können.

    Was vermeidliche erfahrene Vampyre oder vampyrische Organisation der nächsten vampyrischen Generation vermitteln können, wo Unterstützung geleistet werden kann, ist die Stärkung des eigenen inneren vampyrischen Selbstvertrauens, das niemandem, keiner äußeren Instanz, keiner Lehrmeinung, keiner spezifischen Symptomatik Rechenschaft schuldig ist, lediglich dem eigenen Sein.
    Wer hier mit selbstbewussten Beispiel vorran geht, unterstützt unmittelbar Vampyrgesellschaft und Vampyrkultur.

    Der Eure,
    Mikhail Sauromatos, House Sauromatos

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