"Heimweh" an längst vergangene Zeiten...

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    • "Heimweh" an längst vergangene Zeiten...

      Dieser Thread ist ein Wenig angelehnt an das Wiedergeburten-Thema.

      Gibts noch jemanden hier, der sich an das Leben vor diesem Körper erinnert?
      Was wisst ihr noch aus der alten Zeit? Fühlt ihr euch heute, in diesem Körper, in dieser Zeit wohl?

      Mir geht es sehr oft so, dass ich sowas wie Heimweh fühle. Um 1940 muss ich im Körper einer jungen erwachsenen Frau gewesen sein.
      Das muss die Zeit gewesen sein, die vor diesem Körper war. So fühlt es sich zumindest an.
      Ich könnte jetzt ganz viel schreiben über das Leben in dieser Zeit, aber dann säße ich nächste Woche noch hier.

      Fakt ist, dass ich mich in der heutigen Zeit sehr fremd fühle.
      Als hätte mich jemand in eine Zeitmaschiene gesteckt und 50 Jahre in die Zukunft geschickt.
      Alle die ich kannte und wirklich liebte, alles was mir etwas bedeutete. Weg...

      Heimweh ist eigentlich ein Problem, welches sich leicht lösen lässt.
      Man kommt aus A und zieht nach B. In B wirds plötzlich total mies, weil nichts da ist was einen halten würde. Höchstes unbedeutendes, wie ein Job vielleicht.
      Man kann aber einfach nach A zurück, denn da wartet da wirklich wichtige. Man findet auch da Arbeit ohne alles zurück zu lassen.

      Was aber, wenn man aus A kommt, in B lebt und unmöglich nach A zurück kann?
      Es gibts nichts was ich tun könnte um zurück zu können.
    • Ich kann zwar nicht Sagen das ich mich an ein mögliches Vergangenes Leben Erinnern könnte. Aber mir ging es früher auch so das ich das Gefühl hatte in der Falschen Zeit geboren zu sein oder zu Leben. Das eigenartige dabei ich hatte immer das Gefühl ich gehöre weit in der Vergangenheit aber auch in die Zukunft, nur halt nicht in die Gegenwart. Aber mittlerweile ist das Gefühl nicht mehr vorhanden oder ich habe es im Innersten Verdrengt so das es nur noch selten aufkommt.
      Die Antwort die man Erhält ist nicht immer die, die man sich Erhofft.
    • @Mikhail: Ich sehe das ja auch so. Man sollte es hinter sich lassen.
      Was aber wenn das einfach nicht geht? Es ist einfach zu intensiv und drängt sich immer in den Alltag ein.
      Mal mehr, mal weniger. Abstellen lässt es sich einfach nicht.
      Die Frage ist, wie kann man damit glücklich werden?

      Manchmal ist es ja okay, aber es ist nicht schön, immerzu Melancholisch zu sein.
    • Anuikai ich kenne diese Gefühle, die Sehnsucht gerade nach menschen die dich in dieser zeit begleitet haben ist schmerzhaft. Auch das Gefühl "falsch" zu sein in der heutigen Zeit ist sehr stark... Hast du denn versucht Seelen wieder zu finden die evtl neu geboren wurden? Ich weiß das ich vor sehr langer Zeit in Rumänien in der Nähe von Arad gelebt habe, jedoch ist es schwer gewisse Personen aus dieser Zeit wieder zu finden verständlicher weise... Diese Gefühle zu verdrängen ist mir nicht möglich, gerade in meinen Träumen besuche ich immer wieder Teile meines alten Lebens....
    • @katharija: Danke für Deine Antwort. Ja das versuchte ich schon, bzw. versuche.
      Vielleicht kommt daher mein Gefühl das mir etwas fehlt.
      Wie Du aber schon weißt, ist es leider sehr schwer.
      Mein Mann starb früh, aber er war ein guter, ich glaube noch heute suche ich "ersatz".
      Meine Kinder habe ich lange nicht gesehen.
      Ich weiß das ich im Alter lange an Demenz litt, weshalb ich mich nicht an den Tot erinnere.
      Erinnerst Du dich daran?
    • Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt Heimweh nach einer bestimmten Zeit vor meiner Geburt zu haben (ich weiß nicht, ob es so etwas wie Wiedergeburt gibt und kann mich auch nicht an ein früheres Leben erinnern), aber ich habe ein paar Tricks um, ich sage mal, "lokales" Heimweh ein wenig zu lindern. Wenn ich an einem fremden Ort bin, habe ich immer Dinge dabei, die mich an mein Zuhause erinnern, vielleicht kannst du das ähnlich machen, eben Gegenstände die an die Zeit erinnern um dich sammeln, Fotos, Filme, Bücher, Kleidung und wenn du ein künstlerisches Talent hast, die Orte und Menschen zeichnen, die du vermisst. Was mir auch bei Heimweh hilft: Die Dinge genießen, die ich in der Ferne schön finde und die ich Zuhause nicht habe, in Italien z.B richtig gutes Eis oder leckeren Büffelmozzarella essen. In deinem Fall hieße das, dir die Dinge aus unserer Zeit raussuchen, die dir gefallen und sie wirklich genießen.
    • Ja und nein. Ich weiß nicht ganz genau wo ich gelebt habe. Man darf dabei nicht vergessen, dass sich Ortsnamen, Straßennamen usw. geändert haben.
      Für mich sieht rein gar nichts so aus wie damals, egal wohin ich bereits reiste.
      Ich weiß lediglich ganz genau wie ich bzw. wir gelebt haben. In ähnlicher Umgebung fühle ich mich aber wohler.
      Es ist leider sehr schwer die Gegend, in welcher ich gelebt habe heute noch zu finden. Wir versorgten uns selbst, lebten abseits in einem Paar Seelen Dorf und es war alles ganz einfach gehalten. Wie es eben ist, wenn Geld nicht das wichtigste ist.
      Ich habe Gegenstände in meiner Wohnung heute, welche mich erinnern. Bilder, die ich schon als Kind zeichnete über meine Vergangenheit ruhen in einer Erinnerungskiste.
      Es ist schwer auf eine kleine Frage zu antworten, ohne weiter auszuholen, denn das tue ich nicht gern.
    • Das Problem scheint weiter verbreitet, also will ich mal folgendes loswerden:
      Unglauben hilft auch... Sofern man keine konkreten Beweise für die eigene Reinkarnation hat, sollte man sachlich bleiben und es vergessen.
      Wenn man die wissenschaftliche Methode in sich kultiviert, erspart man sich unnützes Leid.
      Wer auf das Mysterium nicht verzichten kann, mag sich an höhere Philosophie halten.
      Die Abkehr von dem Konzept des unzerstörbaren Selbst, obwohl für die allermeisten schwer zu akzeptieren, spendet grenzenlosen Trost.
      Erinnerungen sind nur Erinnerungen. Es ist nicht das was uns wirklich ausmacht.

      ,Bloß Leiden gibt es, doch kein Leidender ist da.
      Bloß Taten gibt es, doch kein Täter findet sich.
      Erlösung gibt es, doch nicht den erlösten Mann.
      Den Pfad gibt es, doch keinen Wand'rer sieht man da.'


      -M.
    • Deshalb hole ich nie weiter aus: Unglauben. ;)
      Als Kind war ich damit nicht zurückhaltend, die Reaktionen sind mir daher heute bewusst.


      Es sind nicht nur Erinnerungen, es ist die Vergangenheit. Durch vergangenes sind wir das, was wir heute sind.
    • Was wäre man dann noch?

      Würde ich das einfach vergessen, ignorieren, neustarten, was auch immer
      ...dann würden mir heute (für mich) wichtige Verhaltensweisen und Charakterzüge fehlen.
      Mir persönlich ist es auch gar nicht möglich einfach etwas zu vergessen.

      Das ist kein lästiges Laster, welches man loswerden sollte.
      Das "Heimweh" ist nur ein kleiner Teil, positives überwiegt, wenn eben immer mit einer gewissen Traurigkeit.
    • Ja, dieses "Heimweh"-Gefühl ist mir auch schon des öfteren untergekommen, bei mir selbst wie auch von Berichten etlicher anderen Personen. Es geht sehr vielen so. Dieses Empfinden, nicht in diese Zeit bzw. Welt zu gehören scheint also tief im Unbewussten verwurzelt zu sein.
      Vor langer Zeit ging ich auch davon aus, dass es sich lediglich um Erinnerungen aus früheren Leben handelt. Doch das ist nicht alles, denn wenn man sich vor Augen führt, dass objektiv betrachtet andere Zeiten auch nicht wesentlich besser waren als die heutige, kommt man unweigerlich zu der Frage, warum es einem also gerade "damals" vorteilhafter und wohlsamer ergangen sein sollte im Gegensatz zur heutigen Existenz? Es sei denn, es gäbe andere "Gegenden", oder besser: andere Realitäten, in denen es wesentlich harmonischer zugeht als in der aktuellen Gegenwart.
      Natürlich kann es gut möglich sein, dass jemand in der Vergangenheit ein gutsituiertes, friedliches und ausgewogenes Leben geführt hat, dessen emotionaler Wohlgeschmack nun noch unterbewusst nachklingt. Aber andererseits ist es ja auch so, dass in dieser unseren Welt Begriffe wie Liebe und Harmonie eher auf dem (stark) absteigenden Ast sitzen. Wir existieren in einer Welt, in welcher Egoismus und der Hang zur materiellen Gier gefördert werden, gerade in der westlichen Hemisphäre. Somit wäre es nicht verwunderlich, wenn viele von uns sich heimlich nach dem glatten Gegenteil sehnen, wodurch ein Gefühl des Heimwehs enstehen kann - auch wenn man letztlich gar nicht so recht versteht, wo man es nun eigentlich einordnen soll.
      Das ist nur eine Erklärung von vielen. Interessant zu erwähnen sind an dieser Stelle noch die indischen Veden, die vor geschätzen fünftausend Jahren niedergeschrieben wurden. In ihnen wird sehr klar dargelegt, dass Reinkarnation nicht nur auf dieser unseren materiellen Ebene stattfinden kann, sondern dass es stattdessen auch höhere (freundlichere, harmonischere) und tiefere (unbehagliche, feindlichere) Ebenen existieren. Sie zu erreichen ist mit Karma verbunden: Viel gutes Karma, das im Leben gesammelt wurde, bewirkt nach dem Ableben das Aufsteigen in höhere Gefilde, in denen es wesentlich idyllischer zugeht. Schlechte Taten, die zu miserables Karma führen, sorgen dann eher für das Gegenteil und die Reinkarnation findet auf den tiefschwingenderen Ebenen statt, in denen es um einiges ungemütlicher zugeht. Irgendwann allerdings wird der Karma-Stand wieder auf "Null" gesetzt und man findet sich in dieser unseren (mittleren) Welt wieder und alles fängt von vorne an. Ein ewiger Kreislauf der Reinkarnation und des Auf und Ab. Doch zumindest gibt es auch einen Ausweg aus diesem Dilemma - die Buddhisten nennen ihn "Nirvana/Nibbana". Und wenn man sich diese Ebenen genauer ansieht, dann stellt man fest, dass es sehr gut übereinstimmende Paralellen zu den sogenannten Astralwelten gibt. In der Volkssprache benutzte Äußerungen wie "Ich fühle mich wie im siebten Himmel" kommen also nicht von ungefähr.
      Wie man unschwer feststellen kann sind Begriffe wie "Himmel" und "Hölle", wie sie in vielen später folgenden (westlichen) Religionen geprägt wurden, allesamt von diesen weit tiefgehenderen Beschreibungen der Veden abgeleitet (und sinngemäß nur teilweise verstanden) worden.

      Lange Rede kurzer Sinn. Man kann daran glauben, aber man muss es nicht. Jeder macht es auf seine Weise. Doch wenn man sich ein wenig intensiver mit all diesen Themen auseinandersetzt kommt man nicht herum zu erkennen, dass in Religionen, Außerkörperlichen Erlebnissen, Reinkarnationsforschung und Nahtod-Erfahrungen viele Ähnlichkeiten aufgezeigt werden, die einen zu einem gewissen logisch erscheinenden Gesamtbild führen.
      Übrigens sind nicht "wir" die Summe unserer Erfahrungen sondern unsere Seele. Das muss unterschieden werden. Da wir keinen Zugriff auf all unsere in damaligen Leben gesammelten Erfahrungen haben - höchstens mal nur sehr im Groben auf unterschwelliger Ebene - ist leicht zu erkennen, dass wir nur ein kleiner Teil dessen sind, was uns wirklich ausmacht. Es wäre also falsch das irdische Ego und die Seele gleichzusetzen. :)
    • Eine alternative Perspektive und wertvoller Input für jemanden der mit den östlichen Traditionen wenig Kontakt hatte.
      Man darf hinzufügen, dass auch die höchsten Glückszustände letztendlich den selben Gesetzen der Vergänglichkeit unterworfen sind und daher leidsam sind.
      Auch Götter müssen sterben. 8)
      Unsere Ebene, die der Menschen, hat den Vorteil die Balance zu halten aus fähigem Bewusstsein und Anschaulichkeit der universellen Gesetzmäßigkeiten und ist daher kostbar für jene die besagten Ausweg kultivieren wollen.
      Dies ist wohlgemerkt meine Anschauung, die sehr von Dharma einerseits und Stoa andererseits geprägt ist und das Konzept des Anatman/Anatta dürfte an dieser Stelle nur schwer vermittelbar sein.
      Daher danke ich für eine von den Veden gefärbten Perspektive, den diese dürfte den meisten Westlern geistig näher sein.

      -M.
    • Dass das frühere Leben ein besseres war möchte ich gar nicht sagen.
      Objektiv betrachtet würde ich zu 100% sagen, dass ich heute besser dastehe.
      Wenn ich sage "Wir" oder "Ich" meine ich generell die Seele, vielleicht sollte ich beginnen das immer dazu zu schreiben. :)

      Nun sonst habe ich da nichts mehr hinzuzufügen. Man sollte so Tolerant sein andere glauben zu lassen was sie möchten.
      Leben und leben lassen, gell.