Veganismus und sanguinäre Praxis

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo!

      Mikhail schrieb:

      "Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch Erfahrung, Erinnerung, Weisheit und Kunst." Das sagte schon Anaxagoras.Der Mensch hat die natürliche Entwicklung ausgehoben und ist sein eigener Schöpfer geworden.
      Erfahrung, Erinnerung, Sozialverhalten - Orka haben gelernt Haie in kataleptische Starre zu versetzen und bringen das ihren Jungen bei:
      >>„Die Methode gelingt nur mit einiger Übung, weil der Orca beim entscheidenden Karateschlag den Hai nicht sieht und blind schlagen muss“, erläutert Visser. Daher trainieren die Orcas ihren Nachwuchs. Hat ein Schwertwal einen Hai erst einmal bewegungsunfähig geschlagen, darf manchmal ein Jungtier am ungefährlichen Objekt üben. Als Erwachsene wagen sich Orcas dann durchaus an ausgewachsene Fuchshaie, die mit bis zu sechs Metern Länge in der Rangliste der gefährlichen Haie weit oben stehen.<<
      ( Qualle: tagesspiegel.de/wissen/raeuber-gegen-raeuber/3745404.html )
      Kunst - wie ist es mit dem Gesang der Vögel zum Besipiel der dient teilweise sogar als Sprache. Wobei die Fähigkeit zur Kommunikation nicht nur auf Tiere beschhränkt ist, es gibt Pflanzen die zunächst ungiftig sind und sobald eine Pflanze von Fressfeinden angegriffen wird, sendet sie Duftstoffe aus und dann werden alle anderen Pflanzen der Art in der Gegend giftig, das ist jetzt im Gegensatz zu manchen Vögeln noch keine komplexe Sprache, aber es gibts immerhin durchaus Pflanzen die verschiedene Duftstoffe haben um unterschiedliche Dinge auszudrücken.

      SchwarzeRose schrieb:

      Esotherisch/Magisch praktisch gesehen ist es das aufsaugen eines Magnetismus und dessen Trägersubstanz. Und der Energie in der Trägersubstanz. Und die faszination am Geschmack...

      Als Person mit chronischer Eisenanämie

      Fisch (Vegetarier!)
      Magnetisch, naja das ist nun eine sehr esotherische Sicht, Blut enthält zwar Eisen, aber hat doch einen vergleichsweise geringen Magnetismus, der spielt möglicherweise mit rein, aber vielmehr ist es aus meiner Sicht die Materie an sich die ausgetauscht wird und einen verbindet

      Das mit der Eisenanämie ist interessant, ich selbst habe zwar keinen Eisenmangel, aber ich habe seltsamerweise fast kein Bluteisen und dafür Speichereisen über der Norm.. xD

      Naja wie ich bereits im Chat sagte, Fisch ist nicht Vegetarisch, Vegetarier kommt ja von Vegetation, eigentlich essen Vegetarier auch keine Eier oder Milchprodukte auch Blut würde nicht unter Vegetation fallen, was man im Volksmund als Vegetarier bezeichnet ist eigentlich die Sonderform des Ovo-Lacto-Vegetariers und Leute die Fisch essen, aber kein Fleisch sind keine Vegetarier, sondern Pescetarier von lateinisch piscis „Fisch“.


      Um auf das Hauptthema zurück zu kommen, ich bin Ovo-Lacto-Vegetarier seit ich sieben bin, ich hab mir damals gedacht 'Menschen wollen ja auch nicht geschlachtet werden, dann wollen Tiere das sicher auch nicht'.
      Nach biologischer Sicht wäre der Mensch wie bereits gesagt ein Säugetier und menschliches Fleisch, Blut, Milch, Sperma und Leder damit nicht Vegan.
      Also gehen wir zu der interessanteren philosophischen Sicht über da diese mehr Gesprächspotential hat, der Mensch hebt sich auf eine höhere Ebene und sieht sich durch sein großes Gehirn und die Hände mit denen er die Welt formen kann von den Tieren abgehoben, man kann ihn danach als höhere intelligente Lebensform klassifizieren und von den üblichen Tieren abheben, Menschliche Produkte zu sich zu nehmen ist also von dem Standpunkt aus gesehen sogar noch problematischer, da es sich sogar um eine 'höhere Lebensform' als Tiere handelt.
      Wie kann ein Veganer also rechtfertigen menschliches Blut zu sich zu nehmen, obwohl er/sie/es tierische Produkte ablehnt?
      Die offensichtliche Argumentation ist Menschen können einwilligen, daß man ihr Blut trinkt, Tiere hingegen nicht, höchstens in Ausnahmen können sich Tiere eventuell in der Hinsicht verständlich machen.
      Die Argumentation die ich verfolgen möchte ist aber eine rein logische und hat nichts mit geistigen Konzepten wie einer Willenserklärung zu tun, denn es ist natürlicherweise Lebensvoraussetzung, daß Menschen menschliche Produkte zu sich nehmen, ein Neugeborenes muß ja menschliche Milch trinken, ok heute gibt es dafür auch Ersatz, aber es ist die natürliche Lebensweise und menschliche Kinder trinken in indigenen Kulturen ungefähr bis zum zweiten Lebensjahr die Milch ihrer Mutter. Als weiteres Beispiel muß eine Frau ja das Sperma eines Mannes in sich aufnehmen um Kinder zu zeugen. Die 'Nutzung' menschlicher Produkte ist also für den Menschen eine Lebensvoraussetzung und daher wäre eine Anwendung des Veganismus auf die eigene Art extrem unnatürlich bzw. kein Nachwuchs möglich!
      (Was für strenge Veganer natürlich als asketisches Konzept ähnlich der Enthaltsamkeit mancher Mönche dennoch eine legitime Möglichkeit ist.)

      LG
      DA
    • Mikhail schrieb:

      Entfernt man sich zu sehr von einem pragmatischen Ansatz, neigt man dazu recht absurd zu wirken. :D
      Ich würde darauf eingehen, aber da fehlen mir echt die Worte.
      Es mag zwar für dich absurd klingen ist aber ein höchst pragmatischer Ansatz, zumindest wesentlich pragmatischer als theoretische Konstrukte wie Willenerklärungen über die man viel intensiver Diskutieren müßte. Wo ist meine Argumentation bitteschön unpragmatisch? :blink:
    • "Mit Blut geht man eine Verbindung ein" /Dunkelalb.

      Ja. Sehr sehr richtig.... doch darf ich zweifeln ob du dir der Intensität dessen bewusst bist?
      Denn Blut enthält die Geschichte deiner Vorväter, deines geistes, deines Kindes (Wochenbettblutungen)
      Die Verbindung die du meinst ist genau die selbe die ich meinte mittels Magnetismus... Ich denke anhand deines Avatarbildes kann ich dir diesen Hinweis geben. Denke daran, wer einen Blutschwur leistet, der leistet ihn damit auch für die Vorgängergenerationen, aus denen das Blut stammt (Genetik!)
      Interessant dass wir beide den selben Mangel haben.
      Nur eines ist gut, Sippe und Blut!
    • @Dunkelalb:
      Um das aufzuklären... Du willst hier meine für meine Verhältnisse recht simple Aussage, nämlich dass der Konsum menschlichen Blutes oder gar Fleisches für den Veganismus als ethischen Standpunkt irrelevant ist, in einer sophistischen Weise ad absurdum führen, oder vielleicht stimmst du mir auch in gewissen Punkten zu, es ist schwer eine Intention dahinter zu lesen, die jenseits der Diskussion um des Diskutieren Willens liegt.

      Du diskutierst die menschliche Fähigkeit zum Einverständnis als Bedingung der Bewertung als vegan.
      Du diskutierst ob Sperma oder Muttermilch vegan sind, und dies dazu ziemlich holprig.
      Du erkennst, dass es "unnatürlich" ist, "menschliche Produkte" wie du es nennst, als vegan zu kategorisieren, und damit nicht sinnvoll.
      Du verkennst dabei, dass diese Punkte gar nicht der Diskussion bedürfen.

      Dunkelalb schrieb:

      Wie kann ein Veganer also rechtfertigen menschliches Blut zu sich zu nehmen, obwohl er/sie/es tierische Produkte ablehnt?
      Ganz einfach: Es bedarf keiner Rechtfertigung. Der Konsum von menschlichem Blut, fällt nicht ins Feld, auf das sich Veganismus als sehr spezifischer und damit eingegrenzter ethischer Standpunkt bezieht, der den Konsum von tierischen Produkten ablehnt,
      um unter anderem "so weit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern"
      ( Memorandum der Vegan Society, 20. November 1979)
      Was nicht im Widerspruch zu diesem Standpunkt steht, ist vereinfacht gesagt, strenggenommen vegan.
      Kannibalismus ist vegan, genauso wie Völkermord vegan ist, um das ganze etwas zu überspitzen.

      Wie hältst du es denn persönlich?
      Siehst du den Konsum menschlichen Blutes an sich als unethisch an, so als "Ovo-Lacto-Vegetarier"?
      Da du hier auf der Suche nach selbigen bist, darf ich mal annehmen, dass dem nicht so ist.
      Ist dem nicht so, worum dann die Diskussion?
      Das meine ich mit Pragmatik.
      Der Vampyrismus hat eine eigene Ethik, die dieses Feld beleuchtet. Ethische Ernährung und Konsum ist ein anderes Feld.
      Zwischen den beiden Bereichen besteht kein Widerspruch, da sie sich praktisch nicht überschneiden.
      Klarer kann ich es nicht darstellen.
      Ich werde mich vorraussichtlich nicht weiter zu dem Thema äußern.
    • Streitet euch hier nicht.... Ich finde beide Ansichten gut...
      Auch wenn "Kannibalismus" nicht vegan sein kann denke ich... aber Ja Blut und die ethischen Grundsätze sind hier wohl zwei vollkommen verschiedene Themen:
      Konsum/Konsumgüter und Blut lassen sich schlecht vergleichen. Sonst wären wir ja auch wohl nicht hier gelandet... Wir sind hier weil wir anders sind, und dies jeder auf seine kleine liebenswürdige Art.
      Ich denke, wir verharren in Zufriedenheit mit unserer eigenen Ansicht.
      Nur eines ist gut, Sippe und Blut!
    • Rose, du bist grade echt süß^^

      Mir drängt sich die überspitzte Frage auf: Hat ein Veganer keine Probleme damit, einen Spender zu haben, der Fleisch und Tierprodukte zu sich nimmt und dessen Blut davon nur so strotzt? Und ich meine damit nicht den Grund des Tierprodukteverzichtes, der nur aus Ethik raus der Tierhaltung wegen durchgezogen wird, sondern weil es eben Fleisch und Tierprodukte sind.
    • Danke- :) also ja... Damit hast du schon recht mit dem Tierblut. Ich musste mich ganz schön zwingen Fisch zu essen, eben auch wegen des Blutes. Aber genau genommen dürften veganer nur veganer beissen. Finde zumindest ich... Aber da wir ja nicht grade viele Spender haben werden sich die Sangs wohl damit abfinden müssen oder eben einen veganer suchen :)
      Nur eines ist gut, Sippe und Blut!
    • So, ich dachte mir ich gebe auch mal ganz kurz und knapp meinen Senf dazu. (Der letzte Beitrag ist zwar fast einen Monat alt aber ich schätze mal das stört nicht...? :D )
      Der- zumindest für mich- wirklich relevante Aspekt ist: Die Freiwilligkeit.
      Ich persönlich lebe zwar auch schon seit einigen Jahren vegan, allerdings nicht aus gesundheitlichen, sondern aus ethischen Gründen.
      Ein Donor kann frei über sein Blut verfügen, es ist seine freie Entscheidung zu spenden- niemand wird gezwungen, und im Idealfall
      (der ja eigentlich der Norm entsprechen sollte...) trägt der Spender ungewollt auch keine bleibenden Schäden davon; oder zahlt gar mit dem Leben dafür.
      Ghosts Frage finde ich da schon interessanter; ich kann nicht behaupten, dass es mich gar nicht stören würde, wenn ein Donor viel Fleisch- und Tierprodukte konsumiert.
      Nur ist die Auswahl meist begrenzt- spenden tun zwar einige, aber wie viele von denen vegetarisch oder sogar vegan leben lässt sich glaube ich oft an zwei Händen abzählen.
      Letztlich ist die Bindung zwischen den Beteiligten für mich aber wichtiger als die Ernährung/ "Belastung" des Blutes.
      Oder, um zu zitieren: "Aber da wir ja nicht grade viele Spender haben werden sich die Sangs wohl damit abfinden müssen oder eben einen veganer suchen " *nach oben deut*
      Und so ist es dann eigentlich auch. Es gibt sicher auch vegan lebende Spender, die nur vegan lebenden Sangs spenden- wozu ich mich ebenfalls nicht zähle. Lässt sich bestimmt noch weiter spinnen. Aber gut.


      Oder in kurz: Solange alle Beteiligten komplett aus freien Stücken handeln ist- in meinen Augen- alles paletti. ^^
      Und die Moral von der Geschicht':
      "Tote Leiber bluten nicht!"
      ...Wo Blut, da Leben.