Friedhof und der Luaf der Zeit, Gefühle und mehr.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Friedhof und der Luaf der Zeit, Gefühle und mehr.

      Gelegentlich ließt man immer wieder das Wort Friedhof oder etwas im Bezug dazu hier im Forum. Friedhof,, ... Hof des Friedens der Toten, Gedenkstätte, etc.
      Es gibt viele Friedhöfe verschiedener Art, sei es religiös oder nach Wesen.
      Einige sehen diesen Ort als Verabschiedung, Gedenken, Trauerort, unheimlich, düster, beängstigend, etc.
      Was geht euch dabei durch den Kopf, Habt ihr Neigungen euch damit zu beschäftigen, ist es einfach ein ort der Stille und Zeit für euch?
      Wie seht ihr diesen Ort? Sei es gefühlstechnisch, magisch oder einfach den Ort.
      Live free or die
      Ein freies Leben ist besser als ein Gefangenes...
    • Wenn ich wirklich genug Zeit habe bin ich gerne auf Friedhöfen. Religiös bin ich überhaupt nicht, und besuche ebenso gerne welche wo nahe Freunde liegen, als auch kleine isolierte und fast vergessene Friedhöfen, wo ich mit mier alleine gedanklich Erhohlung finde. Eines meiner Favoriten ist der bekanntere (und deswegen auch mehr besuchte) grössere "Cimetière de Loyasse" auf den Höhen von Lyon mit Blick über die Mauern der Festung auf die Stadt. Eine ganz schöne Erinnerung bleibt mir davon als alles von 15 cm Schnee bedeckr war und ich kurz vor Torschluss den blutroten Sonnenuntergang genoss.
      Der Link zu seiner virtuelle ansicht kann leider nicht ganz die Schönheit und noch weniger die émotionnelle Kraft der Atmosphäre wiedergeben.
      static.lyon.fr/vdl/loyasse/accueil.html
      "Dunkelste Flammen sollen erleuchten die so praechtige Nacht"
    • Der Friedhof ist für mich ein Ort der Verabschiedung und des Gedenkens. Außerdem sollte man den respektieren.

      Dennoch finde ich ihn recht anregend für andere Dinge. Ich vermute dass man sich schon denken kann für was.
      Das gilt mit der Kirche genau so. Orte an denen nichts sexuelles erlaubt ist sind meistens doppelt interessant.

      * shitstorm eröffnet*
    • Sakrale Räume und Orte des Verfalls haben etwas ungemein meditatives für mich. Ein Besuch geht fast immer mit einer Flut an intensiven Gefühlen und Gedanken einher, denen man herr zu werden hat.
      Friedhöfe insbesondere transportieren viele Wahrheiten über die menschliche Situation und die menschliche Gesellschaft, über Finalität und Erbe.
      Sie sind zudem speziell im urbanen Raum Orte an denen man auch für sich sein kann, was ich gelegentlich sehr schätze wenn sich die Füße in Richtung Einsamkeit bewegen.
      Aus diesen Gründen sind mir Verstöße gegen Ernst und Stille in der Regel zuwider. Ich nehme es persönlich, denke ich.
    • ...ein Ort wo sich viele Menschen lebend ansammeln ist eigentlich genau das gleiche wie ein Friedhof, nur umgekehrt. Eigentlich spielt es keine Rolle ob man zusammen sitzt oder zusammen liegt.

      Ich war in meinem ganzen Leben erst 5 Mal auf einem Friedhof um ein Grab der Familie wieder her zurichten.
      Der Friedhof ist bewegter als man denkt. Wenn man keinen Sinn dafür offen hat ist es klar dass die Einsamkeit einen dort verschlingt.

      Zu dem letzten Teil fällt mir auch etwas ein, Verstöße und Missachten liegen hier in der Meinung leider sehr verschieden.
      Ein Punkt, den ich sehr verachte ist Grabschändung, in meinem alten Wohnort hatten wir Satanisten die sich über die Gräber und Leichen her machen wollten. Für sowas habe ich kein Verständnis.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lady Niobe ()

    • Friedhöfe... Für mich sind sie gefühülstechnisch vielseitig. Einerseits war ich mittlerweile auf mehreren Beerdigungen, wo ich eine ganz intensiv erlebt habe, diese Person auch mindest zwei- bis viermal im Jahr besuche (sollteich öfter tun). Mein Bruder. Sogar dies ist fr mich ein vielseitiger Gefühlsrausch. Einerseits die trauer, andererseits der Gedanke, was er wohl jetzt denken würde... Manchmal gibt es Situationen, als wäre er da, geistig, und Energie.
      Außerdem ist der Friedhoffür mich eine Gedenkstätte mit einer Auto und Präsenzen von ganz vielem. Trotz der Stille, außer der Natur wie Vögel, Käfer etc. Manchmal kommt mir dieser Ort der Stille so lebendig vor. Ich wünsche allen Verstorbenen Frieden und den Angehörigen Kraft.
      Manchmal findeich es unheimlich, aber auch Zeit für sich in Gedanken zu bitten.
      Live free or die
      Ein freies Leben ist besser als ein Gefangenes...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von LadyK ()

    • Friedhof mag ich,find ich cool.
      vorallem wenn sie dunkel sind,nicht bei nacht oder in der dämmerung,sondern wenn sie von alten kastanien,buchen,weiden und tannen gesäumt sind,die das grelle sonnenlicht vernhalten.
      wenn dann noch alte denkmäler und kreuzwege gepaart mit jahundertalten gruften dazu kommen,...perfekt

      dann,kann ich richtig abschalten
      dann weicht die industrie und moderne,der antike und dem verfall
      dann geh ich auch zu den gräbern alter freunde,verweile da....und wünsche sie mir wieder her.
      und trotzallem...ist es auf einem friedhof nicht leer oder gar einsam.
      bleibt man mal ne längere zeit sieht man mal wieviele menschen diesen ort frequentieren.
      --->X Homo Futura - Komm in mein Labor ...und so erschaffe Ich dich neu , aus dem besten dieser Welt....von Einstein das Gehirn und von Dali die Inspiration , von Chaplin den Humor und von Jesus die Vision , von Betty Davis die Augen und von Adam die Potenz , von Adolf Hitler den Ehrgeiz und von Mahatma Gandhi die Konsequenz X<---
    • An Friedhöfen ist wenig bis nichts romantisches; bei meinem letzten Friedhofsbesuch sah ich: Einen alten Mann, der alleine das Grab eines einst lebendigen und für ihn nicht vergessenen Menschen pflegte; ein vergessenes kleines Holzkreuz am Rande von großen und hübschen Gräbern, ohne Schmuck, ohne Pflege, gemacht zum übersehen; Doppelgräber mit einer leeren und einer bereits bewohnten Hälfte. Ein Ort der Arbeit macht, ein Ort der Kosten bereitet.
      Und anderes.
      Ein Ort, um lange Zeit Abschied nehmen zu können, wenn man noch nicht bereit ist jemanden gehen zu lassen, indem man das Grab so lange wie möglich bezahlt und pflegt. Ein Ort, um den Lebenden ihre Toten zu lassen. Ein Ort, an dem ich vor allem für die Abschiednehmer Respekt habe und deshalb nicht stören will. Ein Ort, der auf verschiedene Arten Bitterkeit weckt und unschönen Dingen ins Auge blicken lässt. Man mag das interpretieren wie man will.
    • Ein Friedhof ist in dem Sinne ein Ort der Jede Regel , jedes Geschehen auf der Welt augenblicklich ausser Kraft setzt wenn man ihn betritt. Dieser Ort zeigt uns im Grunde warum er Hof des Friedens eigentlich heisst. An diesem Ort ist das immer existenz was der restlichen Welt schon immer gefehlt hat. Harmonie , Ruhe und ein Gefühl der Absoluten gleichheit. Eigentlich das Paradies. Vielleicht auch der Grund warum viele Glauben das sie nach dem Tot erst ins Paradies kommen.
    • Theoretisch könnte ein Friedhof ein friedlicher Ort sein , ein "Ort der Jede Regel , jedes Geschehen auf der Welt augenblicklich ausser Kraft setzt wenn man ihn betritt." wie Drakan ja schon so schön sagt, doch jedes mal wenn ich einen Friedhof betrete höre ich nur die Lauten Maschinen, des Laubbläsers, der Kleine Bagger der mal wieder ein Grab aushebt, oder Laute Benzinrasenmäher oder sonnstige Baufahrzeuge zur Grabflege. So ist man sehr schnell wieder in der üblichen Welt.
    • Die Zeit liegt im Wandel. Eine art Kulturrevolution kündigt sich an. Der Mensch muss einfach immer unter Strom stehen und so tut er Dinge die ihm eigentlich mehr schaden als nutzen um sich zu etwas nutze zufühlen. Kann man nicht ändern. Sicherlich werden noch die letzten Orte modernisiert an denen Tradition eigentlich ein hohes Gut ist. Das liegt aber nur daran das selbst der Tod und die Nachsorge mit einem Stückchen Papier belastet sind was man nicht essen kann und nicht trinken kann. Es bestimmt dennoch unser Leben in allen Lagen.
    • "Du magst den Tod irgendwie,oder?" Das fragte mich heute morgen mein Mann, als wir mit dem Auto durch die nebelverhangenen bunten Laubwälder unseres Dorfes fuhren.
      Ich nickte und musste lächeln, denn der Tod ist für mich eigentlich nur ein Weiterziehen, in eine andere dunkle Welt der Schatten die dann erneut geboren werden...
      Der alte Friedhof... Als teil unseres Jahrhunderte alten Klosters ist es einer der kältesten Friedhöfe am Rennsteig. Mein geliebter Großvater ist dort, und wenn ich ihn besuche, ist da kein Grab dass seinen Namen schrieb, denn es ist ein stilles Urnengrab, so wie er es gewollt hätte. Ich hatte mal eine sehr gute Freundin, die Bestatterin werden wollte, sie besuchte mit mir bei Nacht die Grabkerzen aller Gräber um sie wieder anzuzünden, obwohl sie keinen dieser Leute kannte. Einmal zeigte sie mir einen Friedhof, der noch gräber aus 18hundert versteckte, mit Efeu und Unkraut gezierte Gräber die Engelsstatuen und verregnete steine n Zuflucht gewährten.
      Ich bin oft dorthin zurückgekehrt, denn Friedhöfe sind für mich Orte an denen man allem möglichem und auch niemandem begegnen kann. :)
      Nur eines ist gut, Sippe und Blut!
    • Wir haben einen kleinen Friedhof in unserem kleinen Städtchen. Er ist direkt um die Ecke, was für mich ideal ist.
      Der Friedhof ist für mich tatsächlich ein Ort des Friedens. Auch wenn keiner meiner Verwandten dort begraben ist(die befinden sich leider alle in Köln und Umgebung :( ) zieht es mich regelmäßig dorthin.
      Wenn ich über den Friedhof gehe, kann ich los lassen und meinen Gedanken freien Lauf lassen, ich liebe die Stille dort und die innere Ruhe, die ich dort empfinde.
      Grundsätzlich ist es auf einem Friedhof kalt. Selbst wenn es sehr warm ist, auf dem Friedhof ist es kalt. Und diese Kälte, scheint, beim Betreten des Friedhofs, in mich einzudringen, erfüllt mich und beruhigt mich.
      Der Friedhof ist in gewisser Weise auch ein Ort der Einsamkeit und der Trauer, das Zuhause der Toten und es weckt in mir ein Gefühl, dass ich nicht beschreiben kann.
      Wenn ich über den Friedhof spaziere, ganz alleine, dann bin ich voller Glück und gleichzeitig tieftraurig. Ich bin berührt von den Emotionen, die an diesem Ort hängen, die man spüren kann, wenn man darüber geht, an jedem Grab vorüber geht. Diese ganz eigene Individualität.
      Der gesamte Ort birgt so viel Schönheit, ich käme nie auf die Idee, mich dort zu fürchten, oder den Ort gar zu verabscheuen.
      Und ich käme auch nicht auf die Idee, meine sexuellen Triebe und Fantasien dort auszuleben, das empfände ich als respektlos dem Ort gegenüber. :')
      Hab keine Angst vor Narben.
      Sie zeigen nur, dass du stärker als das bist, das dich verletzen wollte.
    • Friedhöfe gehören für mich aus Gewohnheit zum Ortsbild, aber selbst gehe ich so gut wie nie hin. Ich finde schon das ganze Beerdigungsbrimborium zu viel und würde nie auf die Idee kommen, mich um ein Grab zu kümmern. Deswegen bin ich froh, dass mein Vater sich schon zu Lebzeiten für die anonyme Streuwiese entschieden hat. Seit seiner Beisetzung, vor sechs Jahren, war ich nicht mehr auf dem Friedhof. Friedhöfe sind für mich mehr ein Ort für die Lebenden, die diese Art der Trauerbewältigung brauchen, als für die Toten.
    • Wenn ich heute die zeit finde, gehe ich immer noch gerne auf den Friedhof in meiner Nähe. Weil es für mich der friedvollste,
      und einsamste Ort ist. Und wenn ich dann so spazieren gehe, und mir die Grabsteine anschaue, dann sehe ich das dort jeder seine
      eigene Geschichte erzählt. Die innere ruhe finde ich an solche Plätze auch, ich kann es aber auch verstehen und nachvollziehen
      das manche diesen Ort als beängstigend finden bzw. ansehen, wenn man bedenkt das man dort mit seiner eigenen Sterblichkeit
      konfrontiert wird.
      Andersrum gesehen, weiß ich mögen auch die sterblichen Überreste der geliebten Menschen oder menschen die man gar nicht kannte,
      zerfallen sein, und diese sich mit der Natur wieder vereint haben, ihre Knochen die dort noch liegen bleiben für mich als symbolisches
      Zeichen das sie einmal existiert haben.
      The truth is rarely pure and never simple
      ( Oscar Wilde)
    • Bei Friedhöfen befinde ich mich gefühlsmäßig im Zwiespalt. Ich lebe in einer kleinen Stadt mit mehreren “Friedhöfen“ (manche sind eigtl nur eingezäunte Grabansammlungen). Auf dem großen Stadt-Friedhof, wo mittlerweile schon fünf Personen meiner Familie liegen/lagen, welche zusätzlich mehr oder weniger auf alle Ecken verteilt sind, fühle ich mich bei jedem Besuch beobachtet. Es ist egal ob ich in Begleitung hingehe oder nicht, egal ob andere Lebende da sind oder nicht. Ich kann auch nicht definieren aus welcher Richtung ich mich beobachtet fühle (was in anderen Situationen der Fall ist).
      Ganz anders verhält es sich mit dem Wald Friedhof. Dieser befindet sich in der Nähe eines Sees und fast jeder Baum symbolisiert ein Grab. Dort fühle ich mich wohl und kann mich entspannen, vorallem da dort so gut wie nie andere Menschen sind.
      Klingt vielleicht komisch, aber so ist das bei mir
      Die Grenzen zwischen Leben und Tod sind bestenfalls schattenhaft und vage. Wer kann sagen, wo eines endet und das andere beginnt? -- Edgar Allan Poe