Könnte es sein das ich ein Lykantrop bin?

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    • Könnte es sein das ich ein Lykantrop bin?

      Hey Leute,

      Also ich habe den Abschnitt über Lykantrophen nun rauf und runter gelesen und habe nun endlich den Unterschied zwischen Therianern, Lykantrophen und Otherkins kapiert.
      Ich erkenne mich in vielen Berichten von anderen wieder, und fühle mich in der Sparte wie zu Hause aber ich möchte gerne eure Meinung dazu hören.

      Warum ich vielleicht ein Lykantrop bin

      Das fängt schon in meiner Kindheit an. Mit ca 5 Jahren fing es aktiv an bzw kann ich mich nur soweit zurück erinnern. Ich denke das es aber schon davor Sachen gab.

      Also ich hatte immer den Wunsch ein Tier zu sein. In dem alter nichts ungewöhnliches aber für mich war das immer mehr als nur ein Rollenspiel.

      Ab ca 8 Jahren dann spielte ich immer wieder gerne "Hund & Besitzer" mit meinen Freunden. Ich war immer der Hund alles andere kam für mich nicht in Frage.

      Wie ich 9 wurde fing auch der Mond an immer mehr Einfluss auf mich zu haben. Ich erinnere mich noch an eine Vollmondnacht in der ich bei einer Freundin übernachtete. Alle schliefen schon und ich konnte nicht einschlafen also setzte ich mich zum Fenster und sah den Mond an. In dieser Zeit wurde mir langsam bewusst das ich anders war. Aber ich wusste nicht inwiefern.

      Ich zog 500 km weit weg aus meiner Heimat und musste mich erstmal neu integrieren. Da gab es manchmal streit und auch kleinere körperliche Auseinandersetzungen bei denen ich häufiger zubiss als mit Füßen zu treten. Danach ließ man mich in Ruhe und glücklicherweise ging keiner der gebissenen Kinder zu den Lehrern oder zum Direktor.
      Mit 15 wurde mir erstmals bewusst das meine Sinne ein wenig besser ausgeprägt sind als bei anderen. Und zwar auf einer Klassenfahrt wo wir in einem Kloster übernachten mussten. In der Nacht als wir schon alle in den Betten lagen (Hochbetten) jammerte irgendwer man solle doch nochmal das Licht anmachen woraufhin jeder meinte er könne nichts sehen weil es so dunkel ist und er Angst habe die Leiter runter zu fallen. Ich guckte einfach nur verdutzt vor mich hin und kletterte ohne große Probleme die Leiter hinunter und ging schnurstracks zum Lichtschalter. Ich hatte sehen können wo ich hinging und die anderen waren ein wenig verwundert das ich das ohne Probleme hinbekam.
      Mein Gehör wurde schon öfter gelobt auch wenn das für mich die normalste Sache der Welt ist und mein Geschmackssinn ist auch nicht der schlechteste. Richen ist wohl am unspektakulärsten und wohl am wenigsten ausgeprägt bei mir.

      Ich habe verlangen nach Blut ja aber nicht das pure Blut sondern in Verbindung mit Fleisch deshalb ist ein Steak für mich immer wieder ein besonderer Genuss. Für zwischendurch tun es auch kleine Salamisnacks, Hauptsache was zum kauen weil das brauche ich sonst kribbeln meine Zähne und das ist dann ein ungutes Gefühl. Ich habe auch oft einen Jagdtrieb wo ich nicht weiß wie ich damit umgehen soll.
      Ich habe auch einen ausgeprägten Beschützerinstinkt der sich sehr stark bei meiner Tochter äußert aber auch bei meinem Partner. Manchmal bin ich etwas einzelgängerisch aber im großen und ganzen brauche ich meine Leute um mich um mich wohl zu fühlen.

      Es braucht viel um mich mal richtig wütend zu machen. Also richtig wütend. Bei Kleinigkeiten würde ich lieber nur Zähne fletschen und knurren (was aus Reflex wirklich schon mal geschah) Aber wenn man es dann mal geschafft hat dann donnerts gewaltig.

      Ich bin gerne in der Natur und brauche auch frische Luft und den Wald um mich, dort wo ich der Mittagssonne nicht direkt ausgesetzt bin weil von der bekomme ich Kopfschmerzen und bin generell etwas lichtempfindlich.

      Ich schlafe auch gern eingerollt auf der Seite. Es kam erst einmal vor das ich keine Kontrolle mehr hatte und das war vor ein paar Monaten wo ich eine sehr stressige Zeit durchlebte und den Mondzyklus gar nicht mehr wahrnahm weil ich zu viel mit anderen Sachen beschäftigt war. Ich saß beim Abendessen, sah aus dem Fenster und in dem Moment zogen die Wolken vorbei und zeigten den Vollmond in all seiner Pracht. Ich war plötzlich wie in Trance. Keine Ahnung wie lange ich da gesessen habe, ich kam erst wieder zu mir als meine Mutter mich sanft rüttelte und fragte ob alles in Ordnung sein.

      Das waren so meine Erfahrungen bis jetzt. Ich fühle mich auf jeden Fall mit Wölfen verbunden. Das ich ein Wolf in Menschengestalt bin halte ich für möglich. Ich würde nur gerne eure Meinung und Erfahrungen hören.
      Ich habe mich nie getraut darüber zu reden weil es in meinem Umfeld keine Personen gibt die mich verstehen würden. Leider. Ich bin mir nicht mal sicher ob ihr mich versteht. Aber ich hoffe. :)

      Liebe Grüße
      Roxy
      An einer Rose hab ich gerochen, an einem Dorn hab ich mich gestochen, mit Blut hab ich geschrieben, für immer werde ich Dich lieben!
    • Hallo Roxy,
      Danke für deine Geschichte und auch nachträglich willkommen im Forum.

      Was du beschreibst passt augenscheinlich tatsächlich ziemlich gut auf eine typisch lykanthropische Biografie, soweit ich das sehen kann.
      Aber... natürlich auch teilweise, weil du Argumente auch bewusst ausgewählt hast, die diesen Schluss nahelegen.
      So können Möglichkeiten leicht unter den Tisch fallen, auf die ich gerne hinweisen will.
      Zunächst mal: Lykanthropie und Vampyrismus können einen fließenden Übergang haben und sind traditionell nicht so klar trennbar, wie ein modernes biologisierendes Verständnis es darstellen mag. Die mythologischen Gestalten sehen im Phänotyp unterschiedlich aus also sind es unterschiedliche Spezies, Arten etc. Das sitzt in der gegenwärtigen Kultur recht tief, verstärkt durch popkulturelle Fiktion, Bücher, Filme.
      Die Aspekte des Gestaltswandels, der Transformation des Menschen in etwas Nicht-Menschliches und die Existenz eines Zwischenzustands, sind dem modernen Verständnis daher in ihren essentiellen Auswirkungen oft nur verzerrt zugänglich.
      In der ursprünglichen Folklore werden bekannte Werwölfe nach dem Tod zu Vampiren. Die Eigenschaften, Fähigkeiten und Formen die beide annehmen können sind nicht exklusiv. Der Tote kann als Werwolf auftreten, genauso wie der Werwolf in der Nacht in den Träumen seiner Nächsten als Räuber der Lebenskraft auftauchen kann.

      Verlassen wir Mythologie und Folklore, und öffnen wir uns dem Verständnis, dass man Lykanthropen und Vampyre nicht klar trennen muss, finden wir auch einen interessanten Grenzbereich von Individuen vor, die sich nicht so leicht einordnen lassen.
      Beispielsweise Vampyre mit einem starken Mondbezug oder Lykanthropen mit einem Verlangen nach Blut, das über das von Wolfstherians hinausgeht.
      Mit diesem Grenzbereich setzen sich mein vampyrischer Haushalt und dessen Partner im speziellen auch bewusst auseinander.
      Ich nutze daher solche Gelegenheiten um anmerken, dass man sich nicht unbedingt entscheiden muss. Sicherlich gibt es eine Menge Wolfstherianer, die im Großen und Ganzen nur Wölfe sind, dem Tier sehr nahe, und in diesen Fällen muss man auch nicht von mehr ausgehen. Aber in anderen Fällen ist es eben nicht so einfach... und erfahrungsgemäß finden sich manche dieser Individuen auch in der Gesellschaft der Vampyre weit wohler bzw. sehen sich auch trotz "wölfischer" Eigenschaften primär den Vampyren zugehörig. Die letztendliche Wahl des Begriffes überlasse ich als Vampyr allerdings den Betroffenen selbst, ob man den Werwolfsbegriff vom reinen Wolftherian unterscheiden mag, oder ob man neue Begriffe für sich erschließt. (bspw. Vukodlak oder Ferox)

      Das ist wie gesagt, nur eine Möglichkeit, die ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen wollte, gerade weil es nicht so häufig zur Sprache kommt.
      Dein Text allein lässt wirklich eher auf Wolfstherian schließen, aber letztendlich musst du selbst in dich rein forschen. Sich dabei Zeit zu lassen, und sich nicht zu schnell festzulegen ist da generell ein guter Ratschlag, denke ich.
    • Wow, wunderschöne Zeilen und diese könnte schon sagen, dass du zum Lycanthrop tendiert.
      Beobachte dich weiterhin selbst, Tiefenmeditation kann dir weiterhelfen, Blende dazu mal deine Erfahrungen aus und hinterfrage dich, wer du wirklich bist. Diese Reise ist vielleicht lang und benötigst Geduld, aber du wirst dich finden.
      Schau durch Forum oder schreibe Mitglieder an. Von meiner Erfahrung aus, fühl ich mich hier super wohl, du wirst auch nicht gleich rausgeworfen, wenn du mal eine längere Pause brauchst, das zeigt Respekt und Offenheit!
      Ich bin ein emotionsflexibler Chaot
    • Mikhail schrieb:



      Beispielsweise Vampyre mit einem starken Mondbezug oder Lykanthropen mit einem Verlangen nach Blut, das über das von Wolfstherians hinausgeht.
      Mit diesem Grenzbereich setzen sich mein vampyrischer Haushalt und dessen Partner im speziellen auch bewusst auseinander.
      Ich nutze daher solche Gelegenheiten um anmerken, dass man sich nicht unbedingt entscheiden muss. Sicherlich gibt es eine Menge Wolfstherianer, die im Großen und Ganzen nur Wölfe sind, dem Tier sehr nahe, und in diesen Fällen muss man auch nicht von mehr ausgehen. Aber in anderen Fällen ist es eben nicht so einfach... und erfahrungsgemäß finden sich manche dieser Individuen auch in der Gesellschaft der Vampyre weit wohler bzw. sehen sich auch trotz "wölfischer" Eigenschaften primär den Vampyren zugehörig. Die letztendliche Wahl des Begriffes überlasse ich als Vampyr allerdings den Betroffenen selbst, ob man den Werwolfsbegriff vom reinen Wolftherian unterscheiden mag, oder ob man neue Begriffe für sich erschließt. (bspw. Vukodlak oder Ferox)
      Danke für deine Antwort Mikhail.
      Ich wusste gar nicht das es sogar Vampyre mit starken Mondbezug gibt bzw Lykanthropen mit verlangen nach Blut, dass finde ich sehr interessant! Ich denke das ich das nur mit weiterer Erfahrung herausfinden kann. Welchen Begriff ich schlussendlich wähle muss ich selbst noch erforschen, will da wie du schon sagtest nix überstürzen :) Bin ja noch in der selbstfindungsphase was das angeht. Auf jeden Fall vielen vielen dank für deine Antwort! Du hilfst mir sehr weiter.

      Lycana_Noctera

      Auch dir ein ganz herzliches Dankeschön für deine Antwort! Ich werde Tiefenmeditation auf jeden mal ausprobieren. Vielleicht kommen wir ja ins Gespräch und tauschen Erfahrungen aus? :)

      Liebe Grüße
      Roxy
      An einer Rose hab ich gerochen, an einem Dorn hab ich mich gestochen, mit Blut hab ich geschrieben, für immer werde ich Dich lieben!
    • Hallo Dracula,

      Ja ich bin noch in der Selbstfindungsphase und betreibe gerade austausch mit einem Forenmitglied das sich bereit erklärt hat mir ein bisschen zu helfen :)
      Ja du kannst mir gern Privat schreiben.
      An einer Rose hab ich gerochen, an einem Dorn hab ich mich gestochen, mit Blut hab ich geschrieben, für immer werde ich Dich lieben!
    • Wenn mich Personen fragen ob sie xy sind, ist meine Antwort erst einmal grundsätzlich "Nein". So werde ich das auch in deinem Fall tun und das nicht um lediglich Reaktanz zu provozieren, sondern auch um einen reflektorischen Prozess anzuregen.

      Was du schreibst hat eventuell irgendetwas mit Lykantrophie zu tun, aber Mikhail hat schon einen guten Einwand gebracht.

      Mikhail schrieb:

      Was du beschreibst passt augenscheinlich tatsächlich ziemlich gut auf eine typisch lykanthropische Biografie, soweit ich das sehen kann.
      Aber... natürlich auch teilweise, weil du Argumente auch bewusst ausgewählt hast, die diesen Schluss nahelegen.
      So können Möglichkeiten leicht unter den Tisch fallen, auf die ich gerne hinweisen will.
      In der Szene tendiert man dazu sich immer und immer wieder das Bild zu konstruieren, welches man gerne hätte. Man versucht die eigene Biographie an das Ideal "Werwolf" oder auch "Vampi(y)r" anzupassen und manchmal macht das das Gehirn vollkommen automatisch. Man will ja keine Dissonanz kreieren.

      Wie sieht es denn mit anderem typischen wölfischem Verhalten aus?
      1. Fellpflege
      2. Grimassieren (besondere "unmenschliche" Mimik, Gestik)
      3. Heulen, sowohl zur Gruppenstärkung/-bindung, als auch Kommunikation
      4. Das Beschnüffeln des Afters zur Begrüßung
      5. Reviermarkierung
      6. Rudelbildung
      7. Rangkämpfe
      8. Dominanz und Härte gegenüber schwächeren Rudelmitgliedern
      9. Futterneid
      10. Jagd auf lebendes (wer Haustiere wie Hasen/Kaninchen streichelt, statt seine Zähne darin zu versenken, hat definitiv keine Wolfsinstinkte)
      ...
      (Ich weiß das ist jetzt ein wenig plakativ und fast schon humoristisch.)

      Für mich ist es wichtig, dass wenn man sich mit etwas identifiziert, man auch das Gesamtpaket betrachtet und nicht nur die Facetten, die mit dem eigenen ich übereinstimmen.
      Ich verlange auch gar keine Antwort auf diese Fragen, mir geht es lediglich darum, dass du dir Gedanken machst.
      Man bekommt sehr schnell einen Stempel aufgedrückt (oder tut dies selbst) und langfristig kann das die eigene Entwicklung hemmen, da man sich dadurch Grenzen steckt und seinen eigenen Horizont auf das Ideal limitiert.

      Was du dir immer überlegen kannst ist:
      Welche Vorteile hätte es für mich sozial/gesellschaftlich/emotional ein Lykantroph zu sein? Welchen "Gewinn" habe ich durch diese Erkenntnis?
      Wie wäre es wenn ich "nur" ein Mensch mit einem vielseitigen Charakter wäre?

      Dieser Beitrag soll nicht dazu dienen Lykantrophen "schlecht" zu reden oder ihnen ihre Identität zu vermiesen, es geht auch nicht darum zu sagen, dass sie keine "echten" Lykantrophen" sind oder meinem Ideal davon nicht entsprechen, sondern es geht darum sich selbst so objektiv wie möglich zu betrachten und zu schauen, ob man diesen Stempel überhaupt braucht, um das zu sein, was man im Moment ist.
      The bird of hermes is my name, eating my wings to make me tame.