Ich

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo!

      Wer oder was ist Ich? Handelt es sich beim Selbst des Menschen um eine Seele göttlicher Inspiration? Oder ist das menschliche Bewusstsein mit seiner Subjektivität lediglich das Produkt individueller Hirnaktivitäten und synaptischer Verschaltungen? Überdauert das Ich den biologischen Tod des materiellen Organismus', indem es z. B. in eine spirituelle Sphäre entweicht? Oder vergeht unsere Persönlichkeit mit dem Verlust sämtlicher Körperfunktionen? Wer sind wir?

      Ist das Ich eines Menschen frei in seinem Wollen und Denken? Oder werden Gedanken und Intentionen "vorgedacht" und anschließend in illusorischer Weise als die unsrigen präsentiert? Können wir in Freiheit entscheiden, was wir wollen? Oder sind wir (unbewusst) fremdbestimmt?

      Viele Grüße

      Vampyra
    • Nach Freud setzt sich die Psyche eines Menschen aus dem Über-Ich, dem Ich und dem Es zusammen.
      Wir bestehen also aus dem Einfluss der Gesellschaft (Über- Ich= Regeln und Normen der Gesellschaft oder auch Religion) und den Urtrieben (Es), welche jedem Menschen innewohnen. Das Ich entsteht in den ersten Jahren (Durch die Feststellung:"Ich bin anders als die anderen"). Es beinhaltet das Bewusstsein und das Selbstbewusstsein.
      Wenn ich mich recht erinnere, entsteht laut Freud, das Ich aus dem Es. Das Über-Ich ist angelernt und wird vermittelt. Anfangs durch die Eltern, danach durch die Gesellschaft oder Religion.

      Nach dieser Theorie ist das Ich jedes Menschens aus den Urtrieben entstanden. Welches beeinflusst wird durch die Umgebung.

      Ich finde diese Theorie sehr nüchtern und interessant. Aber ob sie wahr ist?!

      Meiner Meinung nach lassen sich diese Fragen auch nur subjektiv beantworten. Da ich vermute, dass jeder je nach Umgebung/Lebensweise/Erziehung... anders darüber denkt.
      Jemand, welcher streng religiös ist, geht dabei eher in eine spirituelle Richtung und geht davon aus, dass das Ich nach dem biologischen Tod weiterlebt. Ein Wissenschaftler geht eher davon aus, dass nach dem biologischen Tod, nichts mehr ist.

      Was das Denken anbelangt, nun Manipulation findet täglich statt. Vor allem in dieser medialen Zeit. Manche werden davon mehr beeinflusst manche weniger. Aber ich denke keiner ist frei von Manipulation im Denken. Dazu müsste man sich meiner Meinung nach komplett abkapseln von Allem. Die Frage wäre eher, wie gehe ich damit um?!
    • Ich finde diese Theorie sehr nüchtern und interessant. Aber ob sie wahr ist?!


      Ich persönlich glaube, dass dieses Strukturmodell der Psyche die Realität der menschliche Seele recht treffend beschreibt. Denn wer kann ernsthaft bestreiten, dass die meisten Menschen über ein Gewissen (Über-Ich) verfügen und zugleich auch eine Triebnatur besitzen (Aggressivität, Sexualität)? Ich glaube, dass Über-Ich und Es elementare Bestandteile der menschlichen Identität sind. Mein Wissen diesbezüglich recht rudimentär sein, deshalb habe ich das Ich im psychoanalytischen Sinne zumeist mit den Verstandesfunktionen und der Rationalität eines Menschen gleichgesetzt. Das mag aber durchaus inkorrekt sein.

      Wenn wir also akzeptieren, dass Gewissen, Triebhaftigkeit und Verstand zur menschlichen Persönlichkeit gehören, einschließlich des pauschalen Bewusstseins und des Ich-Bewusstseins, dann stellt sich mir die Frage, ob es das menschliche Gehirn ist, welche diese Aspekte der menschlichen Existenz hervorbringt. Kann man tatsächlich glauben, dass Proteine, Wasser, Fettsäuren und elektrische Energie sich selber und ihre sie umgebende Umwelt erkennen und reflektieren können? Ich glaube kaum, dass man dieses Phänomen bereits experimentell imitieren konnte... Das bedeutet für mich, dass es kein empirisches Indiz dafür gibt, dass der menschliche Geist mit seiner Individualität auf die biologischen Strukturen des Hirns reduzierbar ist. Träfe dies nämlich zu, wären die Menschen in der Tat nicht mehr als eine Bio-Maschine, die auf Biochemie und Elektrizität basiert. Von einem freien Willen kann man dann schon gar nicht mehr ausgehen, da das Wollen in jenem Falle durch materielle Prozesse determiniert wird. Auch die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode halte ich in dieser materialistischen Weltsicht für nicht mehr gerechtfertigt. Ich denke, man sieht, welch weitreichende Konsequenzen die Beantwortung dieser philosophischen Frage mit sich bringt...
    • Das "S" versteh ich noch, wobei dass eigentzlich biologische Reaktionen des Körpers sind. Man macht sich bemerkbar wenn man Hunge hat, wenn man Schmerzen oder gar wenn man einfach müde ist. Bei dem "Ich" und dem "Über-Ich" denke ich ist es einfach,das beigbrachte, welches einem im Lauf der Erziehung eingefößt wird.
      Live free or die
      Ein freies Leben ist besser als ein Gefangenes...
    • Das "S" versteh ich noch, wobei dass eigentzlich biologische Reaktionen des Körpers sind. Man macht sich bemerkbar wenn man Hunge hat, wenn man Schmerzen oder gar wenn man einfach müde ist.


      Ja, ich glaube, dass sich Instinkte, Triebe, Reflexe und Vergleichbares rein biologisch beschreiben und erklären lassen. Problematisch wird dies halt beim reflexiven Bewusstsein mit seinem bewussten Willen. Dazu existieren meines Wissens keine neurowissenschaftlichen oder allgemein naturwissenschaftlichen Erklärungen. Im Experiment lässt sich die Entstehung eines Bewusstseins aus Materie bisher zumindest nicht zeigen. Meine Intuition teilt mir jedenfalls mit, dass ich nicht "identisch" mit den Prozessen in meinem Hirn, sondern dass eine Kluft besteht zwischen Körper und Geist.
    • Ich habe von einem Bekannten auch von der Theorie erfahren, dass unser Gehirn unser gesammtes "ich" nur einbildet, dass alles nur eine Vorstellung ist. Dazu hat er mir das Buch "Der Ego Tunnel, eine neue Philosophie des Selbst: von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik"
      Ich denke ich werde in den nächsten Tagen damit anfangen das Buch zu lesen.
      Die Schatten sind mein,
      das Leben die Wölfe,
      der Wald mein Zuhause!
      _________________________
      Andere Sicht,
      Anderes Verhalten,
      Falsche Welt....
    • Hallo Shadow!

      Ja, ich glaube, in der modernen Neurowissenschaft dominiert die These, dass das menschliche Gehirn das Ich lediglich konstruiere. Das ist für mich allerdings eine recht triste Anschauung.

      Jedoch negiere ich nicht, dass das Gehirn die Wahrnehmung unserer Umwelt kreiert. Ich glaube nicht, dass wir die Objektivität per se erkennen können, denn dies würde implizieren, dass unsere sensoriellen Organe und ebenfalls das Hirn exakt so konzipiert sind, um alle Facetten der Existenz korrekt und unverfälscht wahrzunehmen. Das halte ich für absurd. Wir nehmen nur das von der Umgebung wahr, was die Sinnesorgane und das Gehirn dem Bewusstsein zur Verfügung stellen. Beispielsweise können wir ohne technische Apparaturen sehr viele Signale des Universums nicht realisieren: Magnetnismus, Röntgenstrahlen, Gammastrahlen, Mikroorganismen, Ultraschallwellen. Zugvögel besitzen dagegen Rezeptoren, die es ihnen ermöglichen, sich am Magnetfeld der Erde zu orientieren und Fledermäuse sind in der Lage, mit Hilfe des Ultraschalls ihre potenzielle Beute zu lokalisieren.

      Manche Tiere können nicht die Fülle der Farben sehen, wie es den Menschen gegeben ist und manche Schlangen können Temperaturschwankungen spüren, die dem Menschen wiederum verborgen bleiben. So ist die Wahrnehmung aller Lebewesen immer etwas sehr Subjektives und niemals ein originales Abbild der echten Realität. Trotzdem "glauben" viele, die Welt sei exakt so beschaffen, wie sie von ihnen erkannt wird. So nähme gewiss auch ein Floh an, dass der Hund ausschließlich für ihn geschaffen worden sei...

      Hirnforschung ist ein faszinierender Sektor, doch manchmal zerstören die neurobiolgischen Evidenzen auch altbekannte und populäre Illusionen. Sie sind zuweilen kontraintuitiv. Manche Neurowissenschaftler gehen meines Wissens davon aus, dass kein freier Wille existiert. Der Grund ist, dass das Hirn bereits einige hundert Millisekunden vor einer Entscheidung zu einer konkreten Tat die Vorbereitung und Aktivierung dafür einleitet, so dass das bewusste Wollen nicht ursächlich für die anschließend folgende Handlung verantwortlich sein kann (Libet-Experiment). Demnach wäre der freie Wille nur etwas Illusorisches.

      Viele Grüße

      Vampyra
    • Ich glaube nicht, dass wir exakt so konzipiert sind, dass wir eine Existenz korrekt und unverfälscht wahrnehmen können. Es gibt ja schließlich keine absolute Realität, da diese immer subjektiv wahrgenommen werden. Erkennt man ja auch ganz einfach daran, dass eine Existenz (Mensch) auf andere Existenzen (mehrer Menschen) unterschiedlich wirkt. Genau wie Existenzen wie Tiere auf Menschen anders wirken. Die Wahrnehmung wird ja immer mit einer persönlichen Empfindung gekoppelt - ergo wird diese dann auch verfälscht. Man kann das nicht einfach auf Synapsen, Organe und Botenstoffe reduzieren.

      Lass mal einen etwas komplexeren Gegenstand von unterschiedlichen Menschen beschreiben. Ich bin mir sicher, dass es einige Diskrepanzen geben wird - ebenso wie bei Täterbeschreibungen.

      Von welchen Entscheidungen sprechen wir bei diesem "nicht freien Willen"?
    • Die Wahrnehmung wird ja immer mit einer persönlichen Empfindung gekoppelt - ergo wird diese dann auch verfälscht. Man kann das nicht einfach auf Synapsen, Organe und Botenstoffe reduzieren.


      Das sehe ich auch so. Die Sinnesorgane versorgen das Gehirn mit elektrischen Impulsen, die anschließend interpretiert werden und ein Gesamtbild der Umwelt ergeben - doch wer deutet nun jene elektrischen Signale? Interpretiert das Gehirn sich selbst? Und welche Instanz vereinigt all diese elektrophysiologischen Feuerwerke des Hirns zu diesem Gesamtbild? Für mich kann das nur der bewusste Geist sein.

      Ich denke nicht, dass es einen freien Willen gibt. Unsere Entscheidungen sind stets abhängig - sei es von biologischen Grundbedürfnissen (Nahrung, Schlaf, Sexualität etc.) oder von externen Faktoren (wie speziellen Situationen usw.). Aber es gibt zweifelsohne das bewusste Wollen. Ich glaube nicht, dass man das erklären kann in der Neurowissenschaft... .
    • RE: Gefühle

      Ich frage mich Folgendes: Lösen konkrete (positive oder negative) Gedankeninhalte bestimmte Emotionen aus oder dienen die eigenen Gedanken lediglich der anschließenden Interpretation von Gefühlen, die aufgrund spezieller Situationen auftauchten? Kann man die Frage schlüssig beantworten?
    • Ich denke, das Gedanken sehr wohl unseren Gemütszustand beeinflussen, wenn du unschöne Gedanken hast z.B. du über etwas trauriges nachdenkst, dann fühlst du dich auch so ! Wenn du z.B. etwas tolles bewirkt hast und darüber nachdenkst macht es dich zufrieden.
    • Ich habe mal von einer Theorie gehört mit der ich mich anfreunden kann und zwar das es das bewusste Ich garnicht gibt sondern dies eine Taktik des Unterbewusstseins ist uns glauben zu machen das wir was zu sagen hätten. Jeder Prozess in unseren Gedanken, so meine Theorie dazu, besteht aus verwandelten Urtrieben. Gefühle sind dazu da um etwas bestimmtes zu erreichen. Entweder zwingt man den eigenen Körper dadurch entsprechend zu reagieren oder andere Menschen dazu bestimmte reaktionen zu zeigen. Also würde ich zu der Frage sagen die Emotionen bestimmen die Gedanken. Nicht umgedreht
    • @Vampyra

      Interessante Frage.


      Ich denke durch verschiedne Ausläser fangen wir bei Gedanken an Emutionen zu bekommen oder an diese zu denken.
      Emotionen werden durch negative Dinge oder positive Dinge ausgelöst.
      Jeder reagiert mit verscheidenen Emotioen auf etwas. Der eine ist emotionaler und zeigt dies der andere verstummt, wieder ein anderer lässt sich davon nichts anmerken. es ist teilweise lernbar.
      Doch vom Grundprinzip denke ich das es Uhrinstinkte sind und gemeinstschaftsbedingte Dinge die im Unterbewusstsein gepeichert werden.

      Gebissene Grüße LadyKathy
      Live free or die
      Ein freies Leben ist besser als ein Gefangenes...
    • Ich habe mal von einer Theorie gehört mit der ich mich anfreunden kann und zwar das es das bewusste Ich garnicht gibt sondern dies eine Taktik des Unterbewusstseins ist uns glauben zu machen das wir was zu sagen hätten. Jeder Prozess in unseren Gedanken, so meine Theorie dazu, besteht aus verwandelten Urtrieben. ... Also würde ich zu der Frage sagen die Emotionen bestimmen die Gedanken. Nicht umgedreht


      Ich glaube in der Tat, dass das Gros der modernen Neurowissenschaftler inzwischen mit dieser Interpretation sympathisiert. Es existieren einige Experimente, die jene Schlussfolgerungen zumindest nahelegen.

      Auch Sigmund Freud vertrat bereits die Position, dass sich ein Mensch der eigentlichen Motive seines Wollens und Handelns nur selten bewusst sei. Er belegte diese These mit einem Hypnose-Versuch experimentell: Während eines Ärztekongresses gab er hypnotisierten Probanden den Auftrag, unmittelbar nach der Beendigung der Hypnose die Fenster zu öffnen. Tatsächlich verhielten sich alle Teilnehmer exakt so, wie es ihnen während der hypnotischen Sitzung suggeriert wurde. Fragte man die Probanden jedoch nach dem Grunde für das Öffnen der Fenster, erfanden allesamt nicht zutreffende Erklärungen, um das eigene Verhalten vor sich selbst zu plausibilieren bzw. zu rationalisieren. Niemand gab die Antwort, dass er die Fenster wegen des hypnotischen Befehls geöffnet habe.
    • @LadyKathy

      Ich habe eine Frage an Dich: Entspricht es Deiner alltäglichen Selbsterfahrung, dass Du Deinen Organismus zumindest teilweise durch bewusstes Denken und Wollen steuern kannst (z. B. bei der Sprachproduktion oder bei Bewegungen)?
    • @Vampyra

      Ich werde nun versuchen ie Frage zu beantworten. Erstmal entschuldige ich mich für die Rechtschreibfehler.

      Teilweise kann ich durch denken und Erfahrung darüber entscheiden, ansich ist die Bewegung und das Sprechen - zumindest Laute von sich zu geben eine Angeborene Sache. Mit Hilfe vom Nachdenen, bin ich der Meinung, das man darauf achten kann wie man sich bewegt, oder ob man sich überhaupt bewegt, oder wie ich und welche Form ich die Sprache produziere.
      Ich bin auch der Meinung das man durch intensives Denekn den Organismus so beeinflussen kann, das man am Körper schmerz empfindern kann. (Würde ich aber nicht zu raten)

      In der Hoffnung, das ich weder an der Frage vorbeigeeilt bin, noch abgewichen bin, zwinge ich mich nicht weiterhin, meine Müdigkeit im Zaum zu halten.

      gebissene Grüße LadyKathy
      Live free or die
      Ein freies Leben ist besser als ein Gefangenes...
    • Bewusstes Bewegen so ist meine Meinung haben schon viele verlernt deswegen fällt es einigen auch schwer auf kommando etwas zutun. Macht doch mal folgenden Versuch stellt euch vor einen gegenstand den ihr ohne schmerzen mit den Fäusten schlagen könnt. Dann sucht euch eine zweite Person die euch sagt mit welcher Faust ihr zuschlagen sollt. Ihr werdet merken die Umstellung hier ist schon recht Kompliziert am anfang bis wir in den Bewussten zustand der Bewegungen wieder zurück gekehrt sind. Bewegungen, Gedanken und sogar Handlungen aus überlegungen kommen grösstenteils aus dem Unterbewusstsein was meine Theorie stützt das es eigentlich kein Ich gibt sondern nur ein Es also das Unterbewusstsein bzw. sich das Ich erst wieder bildet wenn etwas nicht nach geregelten Abläufen oder gleichen Abläufen läuft. Es schläft den grössten Teils unseres Lebens.