Novalis - Hinüber wall ich

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    • Novalis - Hinüber wall ich

      Novalis - Hinüber wall ich

      Hinüber wall ich,
      Und jede Pein
      Wird einst ein Stachel
      Der Wollust sein.
      Noch wenig Zeiten,
      So bin ich los,
      Und liege trunken
      Der Lieb' im Schoß.
      Unendliches Leben
      Wogt mächtig in mir
      Ich schaue von oben
      Herunter nach dir.
      An jenem Hügel
      Verlischt dein Glanz –
      Ein Schatten bringet
      Den kühlenden Kranz.
      0! sauge, Geliebter,
      Gewaltig mich an,
      Daß ich entschlummern
      Und lieben kann.
      Ich fühle des Todes
      Verjüngende Flut,
      Zu Balsam und Äther
      Verwandelt mein Blut
      Ich lebe bei Tage
      Voll Glauben und Mut
      Und sterbe die Nächte
      In heiliger Glut.

      (Novalis)