Peter Kürten

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  • Der Vampir von Düsseldorf
    Peter-Kuerten.jpgPeter Kürten - Der Vampir von Düsseldorf

    Hier ein wahrer und grausamer Fall, der sich in Deutschland ereignet hat.
    Es folgt ein Bericht von Maria Wego von NRW 2000 - Die Weimarer Zeit 24. Mai 1930

    Peter Kürten: "Der Vampir von Düsseldorf" Bei der Aufklärung der zwischen Winter 1929 und Frühjahr 1930 in Düsseldorf begangenen Morde und Mordversuche kam die Polizei lange Zeit keinen Schritt weiter. Klar war nur, dass sie es mit ein und demselben Täter zu tun hatte, da die Opfer entweder mit einer Schere erstochen oder mit einem Hammer erschlagen wurden. Außerdem waren alle, bis auf eine Ausnahme, Frauen.

    In der Stadt breitete sich angesichts der Erfolglosigkeit der Polizei eine beispiellose Hysterie aus: Zahllose Menschen bezichtigten sich selbst der Taten; jeder verdächtigte jeden; Hellseher boten ihre Dienste an; Frauen wagten sich nicht mehr allein auf die Straße; Männer, als Frauen verkleidet, hofften den Täter anzulocken und so zu überführen. In der Flut der Briefe an Polizei und Zeitungsredaktionen gingen die des Täters beinahe unter. Doch gelang es weder der Düsseldorfer Kriminalpolizei noch den aus Berlin zur Unterstützung herbeigeeilten Beamten, den Täter ausfindig zu machen.

    Erst als der Brief einer jungen Frau falsch zugestellt wurde, in dem sie ihrer Freundin berichtete, daß sie dem Täter hatte entkommen können, kam der Stein ins Rollen. Der falsche Empfänger leitete den Brief an die Polizei weiter und brachte die Beamten auf die richtige Spur. Sie führte in die Mettmanner Straße zu Peter Kürten (26.05.1883-02.07.1931), einem unauffälligen Endvierziger. Mit Hilfe seiner Frau gelang es schließlich, ihn am 24. Mai 1930 zu verhaften. Die Vernehmungsprotokolle und psychiatrischen Untersuchungen zeigten einen Mann, der in zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsen war, zahlreiche Gefängnisstrafen wegen Brandstiftung, Hausfriedensbruch und Gewalttätigkeiten verbüßt und - bislang unentdeckt - bereits 1913 in Köln ein kleines Mädchen ermordet hatte.

    Kürten gab selbst zu Protokoll, dass er bei den Morden eine sexuelle Befriedigung gespürt habe. Er war durchaus stolz auf seine auf Angst und Grauen beruhende "Popularität" und genoß die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde. Als bekannt wurde, dass er Schwänen den Hals aufgeschlitzt und das Blut getrunken hatte - wovon man bald glaubte, dass er es auch bei den ermordeten Frauen getan habe - erhielt er den Namen "Vampir von Düsseldorf". Dieser sensationsheischende Name charakterisiert treffend den damaligen Umgang der Öffentlichkeit mit dem Fall Kürten, der geprägt war von Lust an den Grausamkeiten gepaart mit panischer Angst.

    Ein Düsseldorfer Schwurgericht erkannte Kürten in neun Fällen des Mordes und in sieben Fällen des Mordversuchs für schuldig. Das Urteil lautete: für jeden Mord die Todesstrafe und 15 Jahre Haft für die Mordversuche. Zwar reichte Kürtens Anwalt ein Gnadengesuch ein, um die Todes- in eine Zuchthausstrafe umzuwandeln, doch lehnte das Gericht ab. Damit entsprach es auch der von dem Ruf nach Vergeltung geprägten Stimmung in der Bevölkerung, obwohl die Todesstrafe bereits lange zur Diskussion stand und nur noch wenige Urteile vollzogen wurden. Am Morgen des 2. Juli 1931 wurde dann im Kölner Gefängnis Klingelpütz das Urteil mit dem Fallbeil vollstreckt.

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