Resilienz

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    • Resilienz (v. lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit) ist die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen (Quelle:wiki)

      An dieser Stelle, möchte ich ein ungewöhnlich persönliches Thema ansprechen. Das Thema Resilienz beschäftigt mich sowohl allgemein wie auch persönlich.
      Im speziellem die Fähigkeit des Menschen sich emotional an Schicksalsschläge anzupassen, um weiterzumachen und nicht zu zerbrechen.
      Dabei interessiert mich die menschliche Ebene und vor allem die verschiedenen auftretenden Mechanismen.
      Ich persönlich habe Erfahrungen mit Zynismus als Folge von diversen Traumata gemacht. Auch Humor ist selbst in den schwersten Stunden da.
      Mit Abstand betrachtet, wirkt dies für mich manchmal sehr verstörend, da es so völlig fremdartig im Vergleich zur beobachteten Alltagserfahrung der "Norm" wirkt.
      Ein zweischneidiges Schwert, das zum Überleben beiträgt aber gleichzeitig entfremdet, gerade wenn man noch akut mit den Ursachen konfrontiert ist.
      Bei wiederholten Traumata schleicht sich gar eine Routine ein: man hat allen Grund einfach aufzugeben oder sich im Netz der Depression wiederzufinden, aber trotz all dem macht man weiter, gleichermaßen beeindruckend wie verstörend. Sogar irrationale Schuldgefühle sind denkbar, wenn man auf gewisse Erlebnisse resilient reagiert und der Vorwurf der emotionalen Kälte aufkommt, von Außen oder von Innen.
      Menschen, die Extremsituationen erlebt haben, werden wissen was ich hier skizziere.
      Daher eine Einladung an jene, die damit resonieren, sich an dieser Stelle mitzuteilen.
      -M.
    • Das ist tatsächlich sehr persönlich. Ich weiß auch nicht wie ich darauf antworten soll.
      Ich habe viel erlebt..

      Ich bin gespannt wer darauf so antwortet und vor allem wie.

      Hier ist es schwer sich kurz zu fassen.
    • Das was hier beschrieben wird, kenne ich leider auch nur zu gut. Durch manche persönlichen negative Ereignisse, habe ich die Erfahrung gemacht das ich es herunter spiele oder verdränge. Nach einer gewissen Zeit reagiere ich mit Sarkasmus. Viele verstehen das nicht wirklich und sind dann oft der Meinung das es ja gar nicht so schlimm gewesen sein muss, aber ich denke jeder Mensch reagiert in solchen Momenten anders. So wie bei einer Trauerphase in der es 5 Stufen gibt und sehr unterschiedlich sein können, ist das auch mit einem Trauma der Fall.

      Das ist erst mal etwas was ich dazu sagen kann.

      Dawn
      Du gibst Ihm worum er dich bittet, ich gebe Ihm was er braucht.
    • oh ja das ist wohl ein komplexes thema
      ich selber bin eher der lockere typ, der nach aussen hin nix ernst nimmt, aber im inneren arbeit es..
      wenn ich merk ich hab zu viel emozionen, oder gefühle, kann ich noch abschalten
      eine bekannte von mir kann das leider nicht mehr,. die nimmt alles in sich auf und macht sich für jeden schuldig
      das ist kein schönes erlebnis, vorallen wenn sie nichts dafür kann
      ich hab auch grad das "problem" das von einem online game die personen hinter dem account sterben
      im realen leben.. aber man kennt diese ja nicht wirklich und somit..
    • Solche Resilienz fehlt mir nicht und us Erfahrung von Schickalsschlägen und Niederlagen will ich behaupten dürfen dass ich weiss vovon Du redest. Warum das so ist und warum ich bin wie ich bin hab' ich mich noch nicht gefragt und ganz einfach würde es mich nicht weierbringen darüber rumzuphilosophieren.

      Von Natur her bin ich pessimistisch aber ich lasse mich doch in kritischen Lagen nicht unterkriegen, wobei ich in der Tat viel Zynismus und Humor nutze. Nur muss ich sagen dass ich viel Zeit brauche um wichtige Entscheidungen zu treffen und mit Energie anzugreifen.

      Wenn dann schlechte Erfahrungen vorbei sind will ich sie auch Vergangenheit bleiben lassen; ich ziehe die entsprechenden Schlussvolgerungen und quäle mich nicht mehr damit.
      "Dunkelste Flammen sollen erleuchten die so praechtige Nacht"
    • Ja, so eine Handvoll ganz mieser Schicksalsschläge hatten mich in meinem Dasein auch schon erwischt. Eine Resilienz, dieser kleine Bruder der Resistenz, stellt sich bei mir persönlich erst ein, wenn nach einem wirklich herben Niederschlag ein gewisses Prozedere abgelaufen ist: Zunächst ziehe ich mich zurück, um all die aufgescheuchten Gedanken zu sondieren und um zu ergründen, wie es zu einem solchen Schicksalsschlag überhaupt kommen konnte. Danach suche ich eventuell - je nach Sachlage - das Gespräch mit engen Freunden, für Feedback und Zerstreuung. Im Anschluss gehe ich auf die Suche nach möglichen Alternativen zum Zwecke neuer Zielsetzungen für die Zukunft. Ganz nach dem Motto: Abhaken und nach vorne schauen. Im Großen und Ganzen kann ich mitunter ziemlich pragmatisch sein, wenn es darum geht einfach weiterzumachen.

      Dogfather
    • Wie ich bereits oben geschrieben habe, ist dies in der Tat ein sehr persönliches Thema.
      Ich nahm mir also die Zeit, um zu überlegen wie ich kurz und verständlich erklären kann,
      ohne dabei zu persönlich zu werden (anhand von Beispielen) und ohne zu weit auszuholen.

      Ich finde es geht hierbei nicht zwingend um lebensverändernde Schicksalsschläge,
      denn ich reagiere in den meisten Fällen gleich.
      Ob es sich nun um ein wirklich schlimmes Ereignis handelt,
      welches für die meisten Menschen wohl Psychische Folgen hat,
      oder ob es sich um einen Medizinischen Notfall handelt,
      welcher aber nicht mein überleben bedroht, bei anderen Menschen ist das was anderes.

      Ich betrachte die Situation während sie geschieht stets von oben ganz objektiv.
      Ruhig und gelassen treffe ich die Entscheidung sofort zu handeln oder erst einmal abzuwarten.

      An dieser Stelle wird es schwer für mich ohne Beispiele auszukommen..

      Handelt es sich um eine schmerzliche Angelegenheit, ob Körperlich oder Psychisch,
      so sind Emotionen zunächst unterdrückt und betäubt.
      Ich überspiele das gern mit etwas Humor oder einfach nur mit Stille.
      Ich denke nicht, dass es möglich ist mit einem Emotionschaos die einzig richtige Entscheidung zu treffen.
      Denn nicht immer stimmen meine Emotionen überein mit einer objektiven Entscheidung.

      Ist es nun vorbei und ich komme zur Ruhe, so denke ich über das geschehene nach.
      Ich überlege wie es dazu gekommen ist, wie es war, wie ich damit weiter umgehen soll,
      wie andere damit umgehen würden, wie andere damit umgegangen sind, wie es bei ihnen ausgegangen ist
      und wie ich möchte, wie es für mich ausgeht.
      Das "wie es war" muss ich erklären..
      Auch da meine ich nämlich rein objektiv betrachtet.
      Emotionen lasse ich bis dahin generell nur seltenst zu! Ich empfinde das nur als störend.

      Ich lasse einen Film des Geschehenen immer und immer wieder innerlich abspielen.
      So oft es nötig ist. Ich muss wirklich verstehen was passiert ist.
      Meine Emotionale Seite wird sozusagen langsam an das Geschehene gewöhnt.
      Über diese Zeit hinweg bin ich still und in mich gekehrt, aber nicht Depressiv oder so.
      Nach aussen hin nehme ich die Dinge einfach wie sie sind, ohne jede Reakton darauf.

      In meiner Kindheit machte ich da oft die Erfahrung, dass mich die Menschen dann fragen was los seie.
      Furchtbar finde ich so eine Frage! Was soll dieses rauskitzeln von Emotionen?
      Die meisten verstehen das nicht, aber so bin ich eben.

      Um nun nicht weiter abzuschweifen und am Thema vorbei zu rasseln komme ich nun zu dem "danach".
      Wenn ich für mich verarbeitet habe was geschehen ist, wird es abgehakt.
      Ich behalte es in Erinnerung, aber denke nicht schmerzlich daran zurück.
      Ich denke manchmal schon an etwas zurück, wenn mich etwas an das Geschehene erinnert zum Beispiel.
      Aber eben nicht schmerzlich. Es kommt immer eine Zeit wieder, an dem die Welt gar nicht mehr so trist und grau erscheint,
      wie sie es in schweren Momenten manchmal tut.

      Mir fallen da einige Geschehnisse ein, die wirklich sehr extrem waren.
      Teilweise habe ich noch nie darüber gesprochen.
      Trotzdem denke ich, und das finde ich ebenfalls sehr verstörend, nicht schmerzlich dran zurück.
      Die Geschehnisse haben mein Leben nicht negativ beeinflusst, obwohl sie das hätten müssen.
      Normal ist das nicht. Naja.

      Ich hoffe nun das es nicht zu Emotionslos aussieht. Es gibt schon wenige Dinge, die
      wirklich Emotionen in mir auslösen und ich diese auch zeige. Aber auch da verstörenderweise bisher nur der Tot meiner Katze.
      Es sind so viele Dinge passiert, aber nur diese eine Sache bringt mich dazu zu weinen, Emotionen zu zeigen, zu empfinden.

      In vielen fällen ist das von Vorteil. Ich bin nicht leicht aus der Ruhe zu bringen, wenn es nötig ist.
      In manchen Fällen steht mir diese Art im Weg, denn die wenigsten Menschen sind so und die wenigsten kommen damit zurecht.
      Vermutlich habe ich nun die Hälfte vergessen, hoffe aber dennoch es verständlich ausgedrückt zu haben.

      Um den normalen Alltgsstreiterein zu entgehen reagiere ich meist mit Sarkasmus, welchen viele Leute leider noch nicht verstehen. :D


      ...Ausnahmen bestätigen aber selbstverständlich die Regel. ;)
    • Es wäre erfrischend mal wem zu begegnen, der die Dinge ebenfalls so handhabt. Bisher hatte ich das Vergnügen noch nicht.
      Es wäre für mich auch interessant zu erfahren wo bei anderen die Grenze liegt.
      Was muss passieren, dass diese Art mit Dingen umzugehen nicht mehr funktioniert?
      Für mich ist das schwer.
      Kleinste Dinge können mich, zwar extrem selten, schon aus der Reserve locken. Jedoch nichts schlimmes.

      Ich hoffe es meldet sich jemand, wer auch immer sich darin wieder findet. :)