Niklas Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

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    • Niklas Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

      Hi Leute :)


      Ich befasse mich seit einiger Zeit mit einem Soziologen der Niklas Luhmann heisst *verstorben ist*und ein Buch geschrieben hat über die Systemtheorie,diese System-Theorie wird in dem Buch erläutert.Also er meint,dass unsere grosse Gesellschft auseinander fällt,weil sich immer mehr kleinere Subgesellschaften bilden.Er sagt,dass die Umwelt die Veränderungen und Grenzen bestimmt,wie sich alles entwickelt.Das klingt soweit logisch,er meint dass auch die Bereiche wie Politik,Wirtschaft Bildung auch zusammenhängen.Flaute an der Börse z.b kostet Arbeitsplätze,weniger Geld und Konsum dann weitere Arbeitsplätze.Auch das ist verständlich,dann sagt er,dass sich Systeme aus den Handlungen der Menschen bilden.Wenn die Umwelt sich verändert handeln die Menschen anders und die Systeme verändern sich.Das ist alles verständlich,aber er sagt auch die Systemtheorie funktioniert nur ohne Moralisierung.Seine Systemtheorie stösst auf das älteste Problem der Menschheit:den Emotionen.Seine Kritiker meinen,so sagt er selber,dass die Systemtheorie missbraucht werden kann.Denn wenn es nur darum geht,dass ein System funktioniert,kann man damit auch Faschismus und Mord rechtfertigen.Durch das fehlende Moralisieren(so die Kritiker)gibt es auch keine Menschlichkeit.Ich sehe das Problem aber ganz woanders:Selbst wenn die Menschen die System-Theorie verstehen,werden sie diese ablehnen,denn sie handeln zum grössten Teil emotional.Er sagt,dass sie keine Lösung für alles ist,aber den ein oder anderen Krieg verhindern könnte.Aber haben wir nicht vor kurzem selber erlebt,*Charlie Hebdo*dass Menschen wenn sie emotional handeln eben doch unberechenbar werden/sind ? Und kann eine Gesellschaft ohne Moral und ihre damit verbundenen Hemmschwellen wirklich funktionieren ?

      Wie seht ihr das und würdet ihr in einer solchen Gesellschaft ohne jegliche Moral leben wollen?
      "Eine traurige Seele kann dich schneller töten als jeder Krankheitskeim".

      Zitat: Hershel aus The Walking Dead
    • Ein System hat bedingt durch seine Funktionalität schwächen. Du hast das Thema ja nur sehr grob angeschnitten, das Thema bezieht sich aber auf den Menschen und seine Lebensweise wenn ich das nach 24h Wachzustand noch richtig gelesen habe. Das schliesst aber widerum seine Emotionen als Variable mit ein. Wir nehmen die Umwelt wahr und reagieren darauf, was zum Teil auch ein emotionaler Prozess ist. Die beschriebene Moral ist für mich nichts weiter als eine Anpassung von allgemein "richtigen" Ideologien und Verhaltensmuster die wiedrum systematisch gestreut werden. Hier auch als Beispiel Charlie Hebdo - emotion hin oder her bei so etwas "unpersönlichem" - die Leute erachteten ihr Handeln als moralisch richtig.

      Die Moral ist für die Menschen ein Art Leitsystem dass sie bei ihren Entscheidungen mit einbeziehen. Ohne derartige Systeme kann meines erachtens nach keine Gruppe oder Gesellschaft über kurz oder lang existieren. Allerdings kann die Moral auch sehr leicht manipuliert werden wie man bei extremen Gruppierungen deutlich sieht.
    • Möchte man also eine Umwälzung der Gesellschaft und die Menschen dazu bringen sich im großen neu zu Organisieren ist es unentbehrlich die Moral zu zerstören oder zu zersetzen. Eine Neue Ordnung braucht ggv. dann auch eine Neue Moral.
    • Moral ist ein schwacher Begriff.
      Menschen handeln so wie sie handeln, im eigenen Interesse. Altruistisches Handeln ist nur konsequenter Egoismus, denn es liegt im eigenen Interesse. Das wird sich auch nie ändern.
      Moral ist nur ein Wort, hinter dem man das wahre Gesicht verstecken kann, auch vor sich selbst, etwas damit man sich besser fühlt.
      Als solches hat Moral eben eine Existenzberechtigung. Die Vorstellung als Teil einer moralischen Gruppe das Richtige zu tun ist ein starker Motivator.
    • Das erste, was ich im Kopf hatte: Die Gesellschaft fällt nicht auseinander, sie formt sich nur einfach (immer!) mehr oder weniger neu.
      Das zweite: Moral funktioniert auch ohne Emotionen, es ist doch eher an Gesetze und sowas gebunden. Ich muss etwas nicht zwingend mögen oder ablehnen, um moralisch zu handeln, oder damit sonst irgendwie konform gehen. Wenn man es auf diese Weise angeht, halte ich die These, dass eine Systemtheorie nur ohne Moralisierung funktioniert für fragwürdig.
      Das dritte in meinem Kopf: Equilibrium, der Film.

      Die Gesellschaft (die frühere wie die heutige) bestand schon immer aus mehreren Systemen und wenn ein Gesellschaftssystem zerfallen ist, dann lag es meist daran, dass die weniger und die nicht previligierten Menschen jenes Systems irgendwann genug Kraft und Mut aufgebracht haben, gegen die previligierte Schicht anzugehen und das System umzuwälzen.Der Antrieb für eine Veränderung des gesellschaftlichen Systems ist Unzufriedenheit, das war schon immer so und das wird immer so sein, denn: Wenn die Menschen zufrieden sind, warum sollten sie etwas daran ändern?
      Dass sich momentan wieder sehr viele kleine Gesellschaftszellen bilden, innerhalb deren die Leute nach eigenen, meist ungeschriebenen Gesetzlichkeiten fungieren, liegt an der Vielfalt, mit der sich der Mensch als Privatperson und als Arbeiter momentan entfalten kann und nicht selten auch dazu gezwungen ist, dennoch bestehen diese vielen kleinen Gesellschaftszellen innerhalb einer großen Gesellschaft, die nach geschriebenen Gesetzen und nach ungeschriebenen, gleichartigen Gesetzmäßigkeiten (Werte und Normen z.B.) funktioniert und an diesem Fakt wird sich nie etwas ändern, lediglich die Form. Überall wo Menschen zusammenleben, herrschen solche Systeme. Die einzelnen Gesellschaftzellen können in Interaktion miteinander treten, funktionieren intra- und intergesellschaftlich und ein Austausch wird immer stattfinden, da man immer jemanden kennt, der mit anderen Leuten agiert und allein das wird schon einen Zerfall, oder ähnliches, der Gesellschaft verhindern.
      Emotionen können dem Menschen im Weg stehen, das war so, das ist so und das wird immer so sein, es gibt nur eine relative Objektivität, keine Absolute, aber: Objektivität gibt es schließlich. Der eine mag danach handeln, der andere nicht, so funktioniert es immer in Gesellschaftssysthemen, da lässt sich nichts dran ändern, auch nicht durch das wegrationalisieren jeglicher Moralität, denn die ist, wie bereits gesagt, nicht zwingend an Emotionen gekoppelt und zudem genauso wie die Begriffe von Gut und Böse nur vom Menschen gemacht und allein deswegen schon dehnbar, biegbar und formbar; nur Auslegungssache.
      Ich halte die Theorie des Soziologen für fragwürdig und gehe damit nicht konform.
    • Als überzeugte Egoistin muss ich Mikhail zustimmen, Moral im eigentlichen Sinne gibt es nicht wenn altruistisches Handeln nicht möglich ist.
      Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die breite Masse- und auch ich im Alltag- das nicht immer im Kopf hat und somit trotzdem, vielleicht naiverweise, versucht eine Moral in gegebenen Dingen zu sehen und diese Moral nachzuahmen, das ist menschlich, und darauf ist für mich für eine funktionierende Gesellschaft nicht zu verzichten.
      Wenn man den Menschen keine Richtwerte liefert, wie sie zu leben haben wollen, wird die Führung dieser Menschen schwer und man befindet sich bald in einem Zustand in dem zu viel Aufklärung herrschen könnte, die die Gesellschaft aus einander reißt, so faschistisch das nun vielleicht auch klingen mag. Aufklärung ist eine tolle Sache, und jeder Mensch sollte meiner Meinung nach Wissen streben und Dinge hinterfragen, würde es aber tatsächlich jeder tun, wären wir nur ein Haufen Individuen und kaum noch Gesellschaftsfähig.
      Auch Geschehnisse wie Charlie Hebdo, so traurig man sie auch finden mag, sind beweis einer gut funktionierenden Gesellschaft. Man braucht "Reibung" um sich wieder zusammen rotten zu können, man braucht Feindbilder die man verteufeln kann. Gruppengefühl eben.
      Eine Gesellschaft, gebildet aus Menschen, die zu unemotional sind um sich diesen simplen sozialen Konstrukt hingeben zu wollen wird schneller an sich selbst verrotten als jede Kriese sie schwächen kann, denn sie ist nicht wandlungsfähig.
      All I see is these fake fucks with no fangs - K.W.
    • Salome schrieb:

      Aufklärung ist eine tolle Sache, und jeder Mensch sollte meiner Meinung nach Wissen streben und Dinge hinterfragen, würde es aber tatsächlich jeder tun, wären wir nur ein Haufen Individuen und kaum noch Gesellschaftsfähig.


      Das beantwortet dann die Frage warum Vampyre gerne alles für sich behalten, sie wollen gerne die Freiheit die mit der Aufklärung einhergeht in ihrem elitären Kreise halten.
    • Dem stimme ich psychologisch betrachtet zu, ist halt nur die Frage, ob es objektiv "gerechtfertigt" ist sich als Elitär zu betrachten. Da gibt es ja auch Vampyre, die mehr Aufklärung betreiben, und solche die es lieber für sich behalten möchten.

      Dennoch denke ich, dass auch diese Einstellung jedes einzelnen Menschen in irgendeiner Form "elitär" zu sein Gesellschaftsfördernd ist, egal ob es sich nun um eine Lebensweise, Bildungsgrad, moralische Gesinnung oder sonst was handelt. Wir Menschen scheinen das zu brauchen, und sich dem Mensch sein hinzugeben ist wohl der leichteste Weg eine Gesellschaft zu formen.
      All I see is these fake fucks with no fangs - K.W.