Identität, Diskretion, Realität, Job, Ansehen und die Schattenseiten

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    • Identität, Diskretion, Realität, Job, Ansehen und die Schattenseiten

      Ich trage mich schon eine ganze Weile mit diesem Thema herum und ich würde meine Gedanken gerne teilen und von euch wissen, wie ihr damit umgeht und wie ihr darüber denkt.

      Bis ich dieses Forum gefunden habe, habe ich quasi niemandem von meinen Wünschen und Interessen, Leidenschaften oder wie auch immer man es nennen will, erzählt.
      Es ist auch ehrlicherweise schon ewig her, dass ich das so, wie ich es möchte, ausleben konnte - andererseits bin ich aber auch nicht der Typ, der eine Anzeige schaltet a la "Hey, wer mag mein Blut trinken". Da für mich weit mehr dazu gehört, ist mir dieser Weg eher etwas zu unpersönlich.

      Naja, worauf will ich eigentlich hinaus.
      Ich bin ja nicht zuletzt auch hier, um real jene kennen zu lernen, mit denen ich diese Gedanken und Wünsche teile bzw mit denen ich mich im Idealfall ergänzen kann.
      Trotzdem bleibt die Sorge im Hinterkopf, wie ich damit umgehen soll, aus dem geschützten Bereich des Internets herauszutreten. Ich meine - es wird mich nicht hindern. Zum letzten Treffen wäre ich ja auch gekommen, wenn ich nicht krank gewesen wäre.
      Aber habt ihr manchmal Sorge, was geschieht, wenn jemand indiskret mit dem Wissen um euch umgeht?

      Für mich und meinen Job könnte das im allerschlimmsten Fall ernste Probleme bedeuten, allein auf Grund des Geredes. Klar, kann auch sein, dass es keinen interessiert und es eher als Schrulligkeit abgetan wird - auf der Donor-Seite ist man da ja vielleicht sogar noch ein bisschen geschützter, das weiß ich nicht.
      Aber so ganz lässt mich der Gedanke eben nicht los.

      Ich finde es unglaublich schön und erleichternd, Teil dieses Forums geworden zu sein - umso wichtiger ist es mir, hier einfach mal über dieses Thema zu sprechen. Gab es in den Jahren, die das Forum existiert dahingehend schon mal Probleme?
      Ist es für alle selbstverständlich, dass Diskretion wirklich wichtig ist?

      Ich würde mich damit nicht auseinandersetzen, wenn mir all das nicht so ernst wäre. Ich will nicht, so wie die ganzen viel zu vielen letzten Jahre auf das verzichten, was mir so wichtig ist, darum habe ich den Kontakt ja gesucht.
      Naja und ehe ich weiter alleine vor mich hingrübel, wollte ich einfach mal wissen, wie ihr darüber denkt, wie ihr damit umgeht und ja.. ob es noch mehr Leute gibt, für die ein Offenlegen dessen, was sie sind, ein richtig ernstes Problem bedeuten würde.

      Soviel zu meinen Gedanken. Bitte nichts davon falsch verstehen - ich bin unglaublich gerne hier und schätze jeden hier, den ich bereits kennen lernen konnte. Es sind einfach nur Dinge, mit denen ich mich beschäftige und weswegen ich meine Gefühle und Bedürfnisse viele Jahre völlig unterdrückt habe.
    • Hey Linaria,
      ich kann da jetzt im Grunde nicht ganz so adäquat darauf eingehen, da ich nicht aktive als Donor oder Vampyr durchgehe und hier einfach so rumlungere.
      Deine Sorgen kann ich aber dennoch sehr gut verstehen.

      Aber ich habe in der Vergangenheit mit andersartigen Zusammenschlüssen, die gesellschaftlich vielleicht nicht so akzeptiert sind, Erfahrungen gesammelt.
      Damals war das außerhalb des Kreises als Thema komplett tabuisiert. Bis auf dem "inner circle" hat man da mit niemanden drüber geredet.. wie beim Fight Club ;)
      Das hat mich ehrlich gesagt nicht glücklich gemacht. Das war als müsste man immer seine eigentliche Identität, das, wofür man brennt, verstecken. Das schwingt bei dir ja auch mit.
      Damit isoliert man sich unglaublich von seiner Außenwelt und rutscht schnell in so ein Denken hinein, dass einen nur die Gruppe/der inner circle wirklich kennt und verstehen kann. Und das schafft schnell Abhängigkeiten und eine Weltabgewandtheit, durch die man viele großartige Dinge und Menschen verpasst oder von vornherein ausschließt.
      Das ist also m.E. keine gute Lösung.

      Also ein anderer Ansatz. Linaria, hast du dir mal Gedanken darüber gemacht, ob du in deinem Leben, mit deinem Job, den Personen mit denen du dich täglich umgibst, deinen sonstigen Tätigkeiten etc. zufrieden bist? Es klingt für mich so, als müsstest du stetig nach Außen eine Maske tragen, weil du glaubst, dass du nicht akzeptiert werden kannst, wenn man deinem wahren Ich begegnet.
      Das soll kein Plädoyer dafür sein jedem auf die Nase zu binden, dass du ein Donor bist. Aber ich möchte hinterfragen, ob deine Umwelt das verkraften könnte, wenn sie es wüsste - wenn dem nämlich nicht so ist, wäre die darauf folgende Frage, wie viel Wert es hat in eine Umwelt zu investieren, die einen eigentlich gar nicht so akzeptieren würde, wie man wirklich sein möchte.
      Zugegeben! Ein Job ist ein Job. Hier kämen wir an eine Grundsatzdiskussion darüber, inwieweit man das eigene Selbstbild, seine Arbeitskraft und seine eigene Zeit für Geld prostituieren möchte. Und mir ist ganz klar, dass da nicht jeder die Wahl hat und auch nicht jeder Job ausgeflippt genug ist, um diesen Hintergrund zu akzeptieren. Da muss man dann wohl eine Grenze setzen - zwischen privat und Business.
      ... Wenn du dich damit aber dauerhaft nicht wohlfühlst? Dann musst du dich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass du eben nicht dem Standardmenschen entsprichst und vielleicht auch gar nicht dem oder einem Standardjob gerecht werden willst.
      ... Oder es ist umgekehrt- du magst deinen Job dennoch und willst ihn nicht verlieren. Auch dann kann ich dir die Angst nehmen: Wir leben in einer Zeit in der du dein Geschlecht ändern und darauf bestehen kannst dafür nicht mal einen fragenden Blick zu ernten (ob das immer so ist, sei dahingestellt). In deinem Arbeitsvertrag wird stehen, dass dein Arbeitsverhältnis nicht durch die private Lebensführung tangiert werden darf. Auch wenn sich das also herumsprechen sollte - gegen (fast) jede Form der Diskriminierung könntest du vorgehen. Was hinter deinem Rücken gesagt wird- darauf lässt sich natürlich keinen Einfluss nehmen. Aber meiner Erfahrung nach ist es immer eine gute Strategie in so einem Fall offen zu kommunizieren und "aufzuklären", bevor du morgen eine Satanistin und übermorgen die Teufelsmörderin aus Witten bist.
      Eine andere Möglichkeit wäre natürlich das ganze als Rollenspiel abzutun. Da wäre wieder die Frage wie authentisch und aufrichtig du sein willst.
      Das ist immer die Frage: Wie viel Authentizität geben wir für wie viel Anerkennung durch andere auf? Und lohnt es sich?
      Auch ich frage mich das häufig. Auch ich spiele täglich mit Masken und Rollen .. manchmal kalkulierend, manchmal aus Angst, manchmal aus Desillusion.

      Aber, dass es so weit kommt, ist ja ohnehin unwahrscheinlich. Interesse daran dich da unnötigen Unannehmlichkeiten auszuliefern haben wir wohl alle nicht. Und ich finde das sollte in dieser Runde auch eine gewisse Voraussetzung sein, oder?
      (Fürs nächste Mal: Tor Browser nutzen und auf HiddenWiki Hinweise zur anonymisierten Schreibweise und Surfverhalten nachlesen .. hehe).

      In meinen Kreisen weiß auch niemand etwas. Finde ich 1. auch überflüssig zu erwähnen und 2. gehört es da nicht hin. Wenn ich mich in die Situation versetze, dass das jemand leaken würde... Das fände ich natürlich auch nicht prickelnd. In erster Linie, weil mir dadurch die Kontrolle über meine Außendarstellung abhanden geht.
      Ich glaube mein Chef wäre amüsiert, aber nicht überrascht - es würde wohl voll in sein Bild von mir fallen - und meine Mitarbeiter würden mir wohl beim Mittagessen ein paar Mal einen Spruch drücken- und ebenso einen einstecken müssen - aber denken würden sie sicherlich: Ja, passt doch zu unserer Irrenanstalt hier.
      Aber runtergebrochen: Ich arbeite in einem sehr entspannten Atmosphäre - mein Büro ist quasi mein Wohnzimmer und wenn ich morgens zur Arbeit komme, fühle ich mich, als würde ich vom Besuch bei den Eltern zurück in meine durchgedrehte Studenten-WG mit Ü30ern kommen. Das kann nicht jeder von seinem Arbeitsplatz sagen. Insofern ist das wohl eine Ausnahme.
      Die Menschen in meinem Privatleben würde das weder überraschen, noch stören. Ich suche mitunter immer nach der Kategorie aus, dass ich nicht für das akzeptiert werde was ich nach ggf. darstelle, sondern auch für meinen undosierten Wahnsinn- auch wenn ich mich erst lange an eine Person gewöhnen muss, bis ich ganz ich Selbst sein kann - auch, weil ich mich immer sorge, normal sozialisierte Menschen mit meinem geballten Wahnsinn zu überfordern. - Selbst hier im Forum dosiere ich gründlich!
      Und obwohl ich so gesehen nichts zu befürchten hätte, möchte ich diesen Teil von mir nicht teilen und damit mein Selbst-Fremdbild unnötig stören. So wie ich eben andere Teile von mir hier auch nicht teilen möchte. Vermutlich weil ich weiß: Es ist immer nur ein Bild, was der Gegenüber von mir zeichnet.. das kann zwar nah an das herankommen, was ich wirklich bin, aber nie vollständig zutreffen. Ich fürchte es hat mich insgesamt desillusioniert, dass es überhaupt kein durchdringendes (Er)Kennen eines Anderen gibt. Und somit finde ich das mit den Masken und Rollen ganz ok, sofern sie mir passen :)
      Das muss aber wohl jeder für sich selbst herausfinden.
    • Hm..

      Also was meine Arbeit angeht - ich liebe meine Arbeit. Es ist das, was ich immer tun wollte und ich habe Jahre dafür gebraucht, dahin zu kommen, wo ich jetzt bin.
      Aber ich trenne auch absolut deutlich zwischen Privatleben und Arbeit, auch wenn ich einen überdurchschnittlich großen Teil meines Tages auf der Arbeit verbringe (i.d.R. 12-16h). Die Leute sind super, meine Arbeitsfamilie halt. Aber keiner von diesen Menschen wird jemals etwas über meine wirklich privaten Belange erfahren.
      Klar, sie kennen meine Hobbies oder meine Präferenzen, was Essen, Musik oder Urlaub angeht, aber alles andere geht sie nichts an.

      Das mag daher kommen, dass ich meine Neigung - oder wie immer ich es nennen soll - als etwas ähnlich privates sehe, wie meine Sexualität, ohne dass es etwas mit Sex zu tun hat. Aber es ist gefühlt genauso privat und ich spreche mit meinen Arbeitskollegen auch nicht über meine sexuellen Interessen oder Vorlieben.

      Das gleiche gilt eigentlich für mein Umfeld. Ich habe einen sehr großen (für meinen Geschmack eigentlich viel zu großen) Bekanntenkreis in dem ich mich bewege und in dem natürlich auch viel geredet wird.
      Ich bin es durchaus gewöhnt, aufzupassen, was ich sage oder mache und was andere davon mitbekommen.
      Aber seit ich mich wieder auf das Thema Vampire/Vampyre eingelassen habe, lässt mich diese Thematik einfach nicht ganz los.

      Ein Beispiel:
      Als das Treffen in Köln anstand, habe ich über Umwege (Link im Profil -> Facebookseite auf der Homepage verlinkt zu einer Gruppe -> gemeinsame Freunde) herausgefunden, dass es Berührungspunkte gibt zwischen jemandem auf dem Treffen und jemandem aus meinem entfernten Bekanntenkreis. Das hat mir schon ziemliche Bauchschmerzen gemacht, letztlich habe ich aber entschieden, dass ich das notfalls werde kontrollieren können. Naja und dann wurde ich krank - das war blöd. Trotzdem hat mich das einiges an Kopfzerbrechen gekostet.

      Ich bin im Grunde nicht unglücklich damit, diese Dinge für mich und privat zu halten. Im Gegenteil, es ist eben etwas sehr intimes und geht nur die Leute was an, mit denen ich gewillt bin, es zu teilen.

      Da es für mich aber neu ist, mich nach so vielen Jahren wieder auf diese Seite an mir einzulassen - und das war ein verdammt großer und schwieriger Schritt für mich, hadere ich nun eben doch noch ein wenig mit den Gedanken: "Was wäre wenn".

      Ach und was den Beruf angeht - ich glaube, es ist einfach auch ein Unterschied, wo man als was arbeitet. Ich finde es total cool und fast schon beneidenswert, dass du davon ausgehen kannst, dass deine Kollegen eher ein wenig spöttisch reagieren würden. Ich befürchte, bei mir wäre das wirklich weit weniger entspannt.
      • ich kann dich gut verstehen Linaria. Habe das auch durch gemacht. Meine erharungen sind aber leider sehr wechselhaft. Es gab Menschen die es interessant und nicht weiter Schlimm fanden. Aber auch solche die mich Monster nannten. Leider hat es bei mir die falsche Person , gerùchte weise rausgefunden. Bei der gennanten Person handelte es sich um einen sehr streng gläubigen Menschen. Du kannst. Dir sicher vorstellen was da noch alles dazu interpretiert wurde. Ich halte mich seit daher sehr bedeckt. Es ist gut gibt es dieses Forum und einen Ort wo man ggleichgesinnte Treffen kann. Ich würde dir aber vorschlagen, dich einem Covent langsam anzunähern. Sovern du deinen Gelüsten sicher Nachgehen möchtest:-)
    • Da ich wie Subsystem zu denen gehöre, die hier herumlungere und nur eine Affinität zur Düsternis habe, bin ich, was das Vampirsein angeht auch eher ein Aussenseiter. Tatsächlich ist es aber so, dass es keine einzige Person gibt, die genau weiss, wer oder was ich bin, ich trage grundsätzlich überall eine Maske. Die Maske ist zu meiner Natur geworden.

      Die einzige Person, der ich meine ganze Art bisher offenbart habe und die mir auch Schaden könnte, weil ich mich komplett mit allem vor ihr offen gelegt habe, kenne ich selber nur als Rolle. Es ist die Autorin, mit der ich die Geschichte zusammen schreibe.

      Wenn es einer Will, kann er den Brotkrumen folgen und steht dann mitten in meinem Wesen. Öffendlich trage ich grundsätzlich eine Maske. Einschliesslich dessen, dass ich mich zum Verstecken in 50 Kilo unnötiges Fett gehüllt habe. So bin ich nach aussen ein gutmütiger Gemütlichkeit ausstrahlender Mensch ohne sonderlich Tiefen.

      Selbst meiner Frau habe ich meine wahre Natur vorenthalten, was mit dazu geführt hat, dass unsere Ehe keinen Bestand mehr hat, wir fühlen uns beide nicht wohl darin. Wenn man zu sehr versucht, ein anderer zu sein, dann bekommt die Maske Risse, vorallem dann, wenn man dem anderen gewährt, was man sich selbst verweigert. Das, was dann daraus hervorbringt, ist für keinen gut.

      Ich habe gelernt, dass sowohl die Verleugnung, als auch das ewige Schauspiel nur dazu führt, dass man vollkommen unausgeglichen wird. Wenn man seinem Wesen keinen Raum gibt, in dem es das sein darf was es ist, dann wird man so unausgeglichen und negativ, dass man alle mit herunter zieht. Ich habe 4 Jahre in einer Ehe versucht, jemand zu sein, der ich nicht bin, dass genaue Gegenteil, um es genau zu sagen. Es ist ein absolutes Desaster, dass mich zerstört.

      Deswegen versuche ich gerade, meinem Wesen Freiraum zu geben und ganz langsam aber vorsichtig Stück für Stück zu outen.

      Bin gespannt, was daraus wird.
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      Georg RR Martin
    • Hm.. ich kann nicht behaupten, dass ich überall eine Maske trage.
      Ich zeige nur nicht alles von mir - das ist für mich tatsächlich ein großer Unterschied.

      Eine Maske tragen heißt für mich, etwas darstellen, was man nicht ist.
      Das mache ich bestenfalls im Job ein bisschen, aber da gehört es ja auch irgendwie dazu. In meinem Job werden sehr hohe Erwartungen an mich gestellt und die muss (und will) ich erfüllen - das wusste ich, ehe ich mich dafür entschieden habe, gefühlte hundert Jahre zu studieren.
      Da meine Arbeit maximal wissenschaftlich ist, haben Dinge wie Spiritualität dort überhaupt nichts verloren. Das ist mein Privatleben und geht niemanden etwas an und hat keinerlei Berührungspunkte mit meiner Arbeit.

      Die Menschen, die mich privat kennen, wissen, dass ich eine Frau bin, die viel Bezug zu Fantasy und auch zu düsteren Welten, Geschichten und Ideen hat, dass ich die Musik mag usw. Das verheimliche ich nicht.

      Menschen, die mir wirklich nahe stehen, wissen auch, wie ich zum Thema Spiritualität, Glauben, Magie etc stehe, das sind aber wenige, denen ich sehr vertraue. Darunter gibt es auch Menschen, die wissen, dass ich eine schreckliche Schwäche für alles habe, was mit Vampiren zu tun hat.
      Es weiß hingegen niemand, wie tief diese "Schwäche" tatsächlich reicht und wie alt sie schon ist. Ich finde aber auch, dass das niemand wissen muss. Wie ich schon sagte, das ist für mich total intim und privat. Das teile ich mit den Menschen, die diese Gefühle und Begierden teilen.

      Für mich war der Schritt, das überhaupt wieder zuzulassen nach all den Jahren schon ein wirklich großer und ich weiß nicht, ob ich ihn gemacht hätte, wenn ich nicht auf dieses Forum gestoßen wäre.
      Ob dem theoretischen Teil hier dann schlussendlich auch ein praktischer folgt, bleibt abzuwarten. Natürlich hoffe ich darauf, aber ich bin auch sehr geduldig.
    • Hattest du je vor deiner eigenen Natur Angst, bzw. vor den Auswirkungen auf andere, wenn du sie zulässt?

      Ich habe bis vor 5 Jahren nichtmal gewusst, das ich nicht alleine damit bin. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, meine Maske zu kontrollieren, als dass ich viel von anderen mitbekommen habe. Ich habe sie seit meinem 12 Lebensjahr.

      Mein Beruf unterstützt Einsamkeit, selbst in der Mitte eines Grossraumbüros. Aber ich kann mich komplett in diese versenken, Musik auf den Ohren und es gibt nurnoch mich und meine Aufgabe. Je grösser um so besser. Ich umgebe nich mit Kollegen, aber ich brauche sie nicht. Nur wenige haben überhaupt etwas mit mir gemein, die meisten kommen eh nur, um Geld zu verdienen und kommuniziere das auch offen. Ich habe versucht, dass Konzept zu assimilieren. Ist in die Hose gegangen und hat zu noch mehr Rissen in meiner Maske geführt.

      So betrachtet kann ich dir eigentlich keinen effektiven Rat geben. Es ist eigentlich nur die Frage, Wieviel der Bequemlichkeit und der schützenden Hülle man bereit ist zu opfern, um in der Welt als man selber zu Leben. Und welche Personen, die man teilweise lieben gelernt hat, weil man sie nimmt, wie sie sich gibt, ist man bereit, zurück zu lassen.

      Ich weiß, dass ich auf dem Weg, auf dem ich mich befinde, Menschen gibt, die ich zurücklassen werde. Aber es tauchen immer wieder neue auf, mit den ich mein Leben dann teile.Eins kann ich jedoch sagen. Bisher hat mir die Offenheit der letzten zwei Jahre nicht geschadet. Allerdings haben meine verschieden Aspekte meines Leben überhaupt keine Berührungspunkte.

      Abgesehen davon ist mein Bekanntenkreis ganze 15 Leute gross.
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      Georg RR Martin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andrew Schlagweizen ()

    • Naja - da ich Donor aus Überzeugung und Leidenschaft bin, kann ich anderen eher nicht schaden damit.

      Wenn man aber bedenkt, dass zB beim Blutspenden Homosexualität oder wechselnde Sexualkontakte bereits ein Ausschlusskriterium sind, kann man sich ausmalen, was Menschen in den Umstand interpretieren könnten, dass man sein Blut mit jemandem teilt.
      Gut - ich werde so oder so regelmäßig auf alles getestet, was man so haben kann - das wiederum ist natürlich praktisch, aber Menschen sind.. komisch.

      Ich möchte die Menschen um mich herum nicht aufklären. Es geht sie nichts an. Es ist auch kein Verstecken hinter einer Maske - es ist eher ein Schützen meiner Privatsphäre.
      Dunkle Romantik, düstere Szenarien und die Welt in der Nacht sind ein fester Bestandteil all meiner Geschichten und sonstigen Werke. Nur viel tiefer muss die Allgemeinheit einfach nicht dringen.

      Es geht mir also letztlich eher um die Frage - wie gut kann ich mich bzw meine Privatsphäre im Alltag schützen, wenn ich aufhöre, meine Bedürfnisse zu vergraben und auslebe, was ich ausleben möchte (mit den richtigen Leuten, die man ja potentiell über ein Forum wie dieses kennen lernen kann). Wie sind da die Erfahrungswerte?
    • Bisher war ich nur in Foren, die diskretion und Respekt als oberste Tugend angesehen haben. Daher war es für mich kein Problem, mich mit den Personen zu treffen. Bisher 2 Usertreffen. Beide sehr entspannt. Beide gerne wieder.

      Hab ich erwähnt, dass bei mir die Neugier eine starke Triebfeder ist? Allgemein denke ich, dass du dir hier noch die wenigsten Sorgen machen musst. Alle, die ich beim Usertreffen kennen gelernt habe, waren ehrlich und nett. Wobei ich bei der jungen Frau, die mir gegenüber gesessen hat, nachwievor überlege, wieso mir ihr Gesicht bekannt vor kommt.
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      Georg RR Martin
    • Ich habe hier im Forum auch ein wirklich gutes Gefühl. Aber wenn man anfängt, sich mit Leuten zu treffen und seinen "Kreis" diesbezüglich zu erweitern, kommen ja auch mehr Leute dazu.
      Das ist einerseits genau das, was ich will und andererseits das, was ich fürchte.
      Ach.. alles schwierig. Letztlich habe ich mich ja im Grunde schon dazu entschlossen, das Risiko einzugehen, aber es gehen mir eben doch viele Gedanken durch den Kopf und es ist schön, diese hier niederschreiben und teilen zu können.
    • Wobei ich mir bei dem, Was du bist, noch die wenigsten Gedanken machen würde. Ganz objektiv betrachtet möchtest du Blutproben von dir verschenken.

      Nur dass der andere damit keine Wissenschaftlich geprägten Untersuchungen macht, sondern es auf natürliche, mythologische Art erfahren möchte. Konsistenz Geschmack Wirkung. mit dem untersuchungsorgan Mund kosten.

      Wenn dann einer anfängt, sich darüber Gedanken zu machen, wie unnatürlich das sei, sollte er sich mal daran erinnern, Wieviel dinge er sich als Baby in den Mund gesteckt hat.

      Die tochter einer Freundin hat das heute mit ihrem großen Zeh bewiesen. mit unter eins geht das noch. er scheint geschmeckt zu haben.
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      Georg RR Martin
    • Naja, es bringt glaube ich nicht viel, wenn wir, die wir dem Thema gegenüber aufgeschlossen sind, überlegen, wie andere Menschen das besser sehen könnten oder sollten, denn das ändert nun einmal nicht die Fakten.

      Egal, wie viele theoretische Modelle wir aufstellen, ändert es nicht, dass man anhand dessen Bewertet wird, was die Menschen über einen wissen oder denken und je nach Berufsgruppe/Berufsstand kann einem das sehr schnell das Genick brechen.
    • Das ist doch Unfug, entschuldige.
      Ja, das klingt alles schön und aufgeschlossene Menschen können damit vielleicht auch etwas anfangen, aber wir leben in einer Welt, wo du schon auf Grund deiner Herkunft, deines Aussehens, deiner Leistung, deines Kontostandes oder deiner sexuellen Vorlieben katalogisiert wirst.

      Deinem Arbeitgeber wirst du später mal auch nicht mit so einem Spruch kommen können ;)
    • Es geht nicht darum, ob mich irgendetwas runterzieht, was andere sagen oder denken. Ich bin schon lange aus dem Alter raus, wo mich das nennenswert mitgenommen hat.
      Es geht um Job, Gesellschaft, Karriere und Zukunftsperspektiven, darum, wie sicher man sein kann, wenn man zulässt, dass man eben etwas anders ist, insbesondere dann, wenn es einem beruflich oder gesellschaftlich wirklich gefährlich werden kann.

      Gehen wir mal von mir weg... stell dir vor, es würde publik werden, dass .. keine Ahnung .. Tom Cruise oder sonst ein Star darauf steht, Blut zu trinken oder Blut von sich trinken zu lassen. Die Presse würde ihn auffressen und es hätte direkte Konsequenzen für seine Laufbahn.

      Klar, sehr plakativ das Beispiel, aber so verstehst du vielleicht besser, um was es geht.
    • *seufz*

      Einigen wir uns darauf, dass wir uns nicht einig sind - letztendlich ist es meine Fragestellung hier, dementsprechend weiß ich wohl vermutlich auch am besten, worum es mir dabei ging oder geht.
      Du scheinst das nicht verstehen zu können oder zu wollen. Das ist ok, aber ich werde nicht weiter versuchen, es dir zu erklären, das ist mir ehrlicherweise zu anstrengend ;)