Kurzgeschichten

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    • Kurzgeschichten

      Im Zuge von Seitenprojekten die an mich getragen wurden habe ich jetzt ein Paar Kurzgeschichten geschrieben. Ich veröffentliche mal eine davon hier und bin auf eure Meinung gespannt

      Die Haushaltshilfe

      Wenn man in einer Situation ist in der man Hilfe benötigt ist es oft so das man den langen Gang der Behörden gehen muss. Also Rollstuhlfahrer muss man durch einen Dschungel von Anträgen und Begutachtungen. Kein leichtes Unterfangen. Dann beginnt die Wahl der Haushaltshilfe. Diese Sollte natürlich auch zu ihnen passen. Agenturen schicken einen Bewerberinnen und man beginnt mit ihnen ein Gespräch. Was zutun ist. Wann sie kommen können und natürlich ob die Chemie zwischen einen passt. Viele haben hohe Ansprüche was Gehalt angeht und wollen flexible Arbeitszeiten.

      Natürlich sollte so eine Hilfe immer verfügbar sein wenn man sie braucht. Sie sollte den Haushalt gut führen können und einen guten Geschmack haben was das Kochen angeht. Deswegen sind die Meisten nicht geeignet mit ihren Vorraussetzungen. Dann gibt es noch einen zweiten Typ von Bewerberinnen sie würden alles dafür tun um dir das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Sie könnten dir 24 Stunden zur verfügung stehen und hätten immer Zeit für dich weil deine Existens ja so eine Bürde für dich ist und sie dir diese liebend gern etwas erleichtern wollen. Sie sagen dir offen das sie aus Mitleid zu dir stehen würden und deswegen unbedingt den Job haben würden wollen auch für wenig Bezahlung. Freizeit brauchen sie nicht weil ihre Familie weit weg wohnt und sie so auch keine Partner haben. Ihr Leben hatte bis jetzt noch keinen Sinn gehabt bevor sie dich kennengelernt hätten. Du wärest die Erfüllung in ihrem Leben. Der Schlüssel um mit ihrer Aufopferung für dich einen Platz im Himmel zu reservieren. Mittel zum Zweck möchten wir doch alle gerne sein Oder ?

      Also lässt man sich auf den Pakt ein. Vereinbart ein Probe arbeiten und legt fest das dies mehrere Tage dauern wird um sich ein genaueres Bild zu machen. Natürlich ist ein Zimmer im Haus und natürlich sollte die Haushaltshilfe mit einem auch essen. Als kleine Challenge hat man sich überlegt das man Sie überredet einen Tag ebenfalls im Rollstuhl zu verbringen. Die ehrgeizige kleine Heilige wird das natürlich als Herrausforderung sehen und sich gern darauf einlassen. Brav und fügsam alle Dinge so erledigen wie ich sie jeden Tag tue. Sie wird merken was es heisst in meiner Situation zu sein. So zu leben wie ich. Am Ende des Tages werden ich natürlich ihr als Belohnung einen Tee machen. Ihr zeigen was es heisst wenn man sich aufoperungsvoll um jemanden kümmert und ihn mit voller Liebe versorgt.

      Keine hat bis jetzt die bittere Note im Tee bemerkt. Das Gift was ihren Körper lähmt und den Verstand doch wachhält. Der Rollstuhl macht es mir natürlich leichter Sie in ihr neues zuhause zu bringen. Alle Etagen des Hauses wurden natürlich Behindertengerecht ausgebaut. Der Keller ist dabei mein kleines privates Reich. Der Ort wo ich ihnen meine Version von Barmherzigkeit zeige.

      Natürlich habe ich alle Gerätschaften vor Ort um sie zu betten und zu versorgen das es ihnen an nichts fehlt. Der Wannenlift war echt seine Investition wert. So kann ich dafür sorgen das sie unbeschadet in ihr neues Himmelreich kommen. Für die Ernährung ist natürlich auch gut vorgesorgt. Man bekommt ab einem gewissen Stadium von Erkrankungen Infussionen vorgeschlagen die man mit etwas übung auch irgendwann selbst legen kann. Natürlich musste ich dabei etwas Tricksen um diese zubekommen. Aber das wird mir schon mein Schöpfer nicht krumm nehmen . Ich habe schliesslich eine Aufgabe. Ich kümmere mich um die die es verdient haben. Um die Menschen die Nächstenliebe gern mit Mitleid verwechseln. Ich zeige ihnen was es heisst ich zu sein.

      Natürlich sollen sie meine Gastfreundschaft lange genug geniessen können deswegen sorge ich mit kleinen zugaben in die Infussion dafür das sie weiter so entspannt bleiben wie sie es jetzt sind. Schmerzmittel bekommt man ebenfalls leicht wenn man an einer Nervenerkrankung leidet. Das kann schon auf dauer sehr anstrengend sein. Wenn man diese etwas höher dosiert ist das natürlich für den Körper entspannender als sonst. Leider haben diese Medikamente natürlich ihre Nebenwirkungen und der Körper hält auch nicht lange durch wenn man immer nur am liegen ist. Die Muskeln werden schlaffer. Aber das macht nicht ich kümmere mich gut um meine kleinen Engel. Ich bade sie sogar. Ich hoffe immer das ich das Gefühl gut rüber bringe wie es mir dabei gehen wird wenn man fremdbestimmt ist. Ich kann sie natürlich nicht Fragen. Ich sehe es nur an ihren Blicken. Der Wannenlift hilft natürlich das Alles gut über die Bühne zu bringen und sie wieder zurück in den Keller zu bringen in ihr warmes weiches Bett.

      Doch regelmässig verlassen mich meine Engel. Ich habe immer 3. Sie werden einfach zu schwach und gehen den weg der mir noch vorbestimmt ist. Aber auch dann sorge ich dafür das sie keinen Dreck hinterlassen und sauber aus dieser Welt gehen. Ja hier bin ich ihre Hilfe und helfe ihnen nach ihrem Ableben in meinen Ofen im Keller. Es war schwierig einen zu bekommen der gross genug ist. Aber fürs Töpfern braucht man natürlich Platz und auch genügend Energie. Das bisschen Asche am Ende bekommen die Tomaten auf meiner Fensterbank in die Erde gemischt. So nimmt das Leben weiter seinen Kreislauf. Kein Leben ist um Sonst. Keine Aufopferung vergebens. Jedes Leben ist wertvoll. Auch deines. Möchtes du einmal zu mir kommen. Mit mir Teetrinken und mir etwas zu essen machen ? Ich liebe Tomantensalat
      Abramelin
    • Die Geschichte des eigentlich emotional Kalten Killers bringst du ganz gut herüber. Allerdings bleibt so ein wenig der Horror in der Technik verloren.

      Ich hätte den Tomatensalat weiter oben das erste mal eingebaut. Wenn es ums Essen geht. Vielleicht als Andeutung, dass du nach jemanden suchst, der dor zB Tomatensalat genauso zubereitet, wie du ihn magst und du erwähnst, dass die aus eigener Züchtung sind und deshalb mit Liebe behandelt werden sollten.

      Dann kommt es noch härter, wenn du unten sagst, mit was die Tomaten gedüngt werden. Und das du den Tomatensalat liebst.

      Ansonsten braucht es noch ein bisschen OGI. Aber das brauchen wir alle.
      A reader lives
      a thousand lifes
      before he dies.
      The man who
      never reads
      lives only
      one

      Georg RR Martin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andrew Schlagweizen ()